Ausstellung

29. Jun – 14. Jul 2019

DAMIT SOLCHE TATEN AUFHÖREN

Ort: Kunsthaus

Mit: Ibrahim Arslan, Mouctar Bah, Burak Bektaş Initiative, Ayfer Şentürk Demir, Juliane Karakayalı, Alexander Kienzle, Heike Kleffner, Mai-Phuong Kollath, Mitat Özdemir, Massimo Perinelli, Osman Taşköprü, Kutlu Yurtseven

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Als Beitrag im Rahmen von Nachbarschaften 2025 wird vom 29. Juni bis 14. Juli 2019 die Installation „Damit solche Taten aufhören“ an vier verschiedenen Orten der Kultur in Dresden gezeigt: Kunsthaus Dresden, Japanisches Palais, Kleines Haus / Staatsschausspiel Dresden und Hole of Fame.

Die Installation zeigt Ausschnitte aus 12 Videointerviews, die von Rixxa Wendland und Christian Obermüller zwischen Januar 2016 und Februar 2017 geführt wurden. Sie versammelt Stimmen von Betroffenen des NSU-Terrors und rassistischer Gewalt und von zivilgesellschaftlichen Akteur_innen gegen Rassismus. Ausgehend von den Morden des NSU-Netzwerks zeigen die Porträts die lange Geschichte der Gegenwart von Rassismus in Deutschland. Aktivist_innen und Betroffene erzählen von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen, das systematisch aus dem behördlichen und medialen Diskurs ausgeschlossen wird.

Nach den Hetzjagden von Chemnitz im August letzten Jahres war wieder allerorten die Rede von einem Mangel an Demokratiefähigkeit der Bevölkerung Ostdeutschlands. Dieser resultiere aus jahrzehntelanger Diktaturerfahrung. Der „Ossi“ im Allgemeinen sei deshalb nicht gewappnet gegen die Gefahren des dumpfen Ressentiments, Wut und Enttäuschung über den Verlauf des Transformationsprozesses nach 1989/90 sei die eigentliche Triebkraft der rassistischen Gewalt. Das simplifizierende Bild von der DDR als totalitärem Staat übersieht zweierlei. Zum einen die große Integrationskraft, die die DDR-Gesellschaft über viele Jahre hinweg entfaltete: wirtschaftliche Erfolge in den 60er und 70er Jahren ermöglichten vielen Menschen einen sozialen Aufstieg.

Die Installation versammelt Gesprächssequenzen,die nach einer anderen Perspektive auf den NSU-Komplex fragen. Die Stimmen dieser Menschen zeigen: entgegen allen rechten Terrors, entgegen aller Politik der Ausgrenzung schaffen Migrant_innen seit Jahrzehnten Fakten und haben an vielen Orten die postmigrantische Gesellschaft realisiert, in der wir heute leben.

 

 

Die Ausstellung im Kunsthaus Dresden sowie an drei weiteren Orten ist Teil einer Veranstaltungsreihe von spot_the_silence, die in Chmenitz, Freiberg, Wurzen und Dresden stattfindet.