Ausstellung

1. Mai – 31. Jul 2016

DAS HAUS SPIELT MIT

Ort: Kunsthaus

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  • "Das Haus spielt mit", Kunsthaus Dresden. Till Gathmann: "Tracage automatique", 2010/2016. Foto: David Brandt
  • "Das Haus spielt mit", Kunsthaus Dresden. Till Gathmann: "Tracage automatique", 2010/2016. Foto: David Brandt
  • Ina Kwon:
    Ina Kwon: "Wer sich nciht bewegt, spürt die Fesseln nicht", Kunsthaus Dresden. Foto: David Brandt
  • Till Gathmann:
    Till Gathmann: "Der faschistische Kindergarten", 2008. Foto: David Brandt
  • Jan Wenzel:
    Jan Wenzel: "Der lange Weg in die Gesellschaft", 2016. (Installation mit und zu dem Buch "Entwicklungswunder Mensch" von Hans-Dieter Schmidt und Evelyn Richter). Foto: David Brandt
  • Jan Wenzel:
    Jan Wenzel: "Der lange Weg in die Gesellschaft", 2016. (Installation mit und zu dem Buch "Entwicklungswunder Mensch" von Hans-Dieter Schmidt und Evelyn Richter). Foto: David BrandtJan Wenzel: "Der lange Weg in die Gesellschaft", 2016. (Installation mit und zu dem Buch "Entwicklungswunder Mensch" von Hans-Dieter Schmidt und Evelyn Richter). Foto: David Brandt
  • Anne König und Maya Schweizer:
    Anne König und Maya Schweizer: "Utopien in Beton", 2011/15). Foto: David Brandt
  • Raumansicht
    Raumansicht "Das Haus spielt mit", Gestaltung Kessel und Züger, Foto: David Brandt
  • Raumansicht
    Raumansicht "Das Haus spielt mit", Gestaltung Kessel und Züger, Foto: David Brandt
  • Raumansicht
    Raumansicht "Das Haus spielt mit", Gestaltung Kessel und Züger, Foto: David Brandt
  • Martin Schmidl
    Martin Schmidl "Das Kinderleben - ein Bitte-Leben", 2016. Foto: David Brandt
  • Olga Feger in Zusammenarbeit mit Robert Thiele:
    Olga Feger in Zusammenarbeit mit Robert Thiele: "Wo wir spielen wollen", 2016. Foto: David Brandt
  • Olga Feger in Zusammenarbeit mit Robert Thiele:
    Olga Feger in Zusammenarbeit mit Robert Thiele: "Wo wir spielen wollen", 2016. Foto: David Brandt
  • Anne König und Maya Schweizer: Utopien aus Beton, 2016. Videostill.
    Anne König und Maya Schweizer: Utopien aus Beton, 2016. Videostill.
  • „Centrum“ Warenhaus 
Blick auf den Kindergarten und die Dachterasse vom Hochhaus „Platz der Deutschen Einheit 1“, (vormals „Ernst-Thälmann-Platz 1“) um 1970. Fotobestand Stadtarchiv Suhl
    „Centrum“ Warenhaus Blick auf den Kindergarten und die Dachterasse vom Hochhaus „Platz der Deutschen Einheit 1“, (vormals „Ernst-Thälmann-Platz 1“) um 1970. Fotobestand Stadtarchiv Suhl

Künstlerische Positionen zu Kindergärten von 1926 bis heute

Mit Olga Feger, Till Gathmann, Anne König & Maya Schweizer, Ina Kwon, Evelyn Richter / Hans-Dieter Schmidt, Martin Schmidl, Louis Sciarli, Margarete Schütte-Lihotzky, Edith Tudor-Hart und Jan Wenzel

Kuratiert von Anne König und Christiane Mennicke-Schwarz
Ausstellungsgestaltung: Kessel und Züger Architekten

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Le Corbusier baute 1952 in Marseille die Cité Radieuse – eines der einflussreichsten und umstrittensten Bauwerke der Moderne. Auf dem Dach dieser Stadt in der Stadt platzierte er einen Kindergarten, ein Ort mit phänomenalem Ausblick und eine Verbindung kindgerechter Planung mit der Radikalität des Beton Brut. Berufstätige Eltern und ihre Kinder wurden als integraler Bestandteil einer urbanen Infrastruktur verstanden und mit kurzen Wegen zu dem Betreuungsort auf dem Dach gewürdigt. Im Jahre 1969 wurde in Suhl, der thüringischen Bezirksstadt im südwestlichen Zipfel der DDR, ein modernes CENTRUM-Warenhaus  eröffnet. Auf dem Dach hatten die Architekten einen betriebseigenen Kindergarten gebaut, der wie das Terrassencafé daneben in Blickwechsel mit den  umgebenden Bergen und neu errichteten Hochhäusern trat.

Für die meisten Kleinkinder ist der Kindergarten der erste öffentliche Ort, an dem sie Gemeinschaft erproben und an dem sie sich die längste Zeit in der Woche aufhalten.  Die Ausstellung „Das Haus spielt mit“ nimmt einen filmischen Essay von Anne König und Maya Schweizer zu den aus heutiger Sicht visionär wirkenden Dachkindergärten in Marseille und Suhl zum Ausgangspunkt, um weitere historische und gegenwärtige Entwürfe von Kindergärten des Neuen Bauens und der faschistischen Architektur mit den Mitteln der Kunst zu hinterfragen und zu kommentieren.

Von  Architekten der Moderne, die ausgehend von der Reformpädagogik versuchten, das Neue Bauen, das Neue Lernen und auch das Neue Sehen miteinander zu verknüpfen (Franz Schuster, Margarete Schütte-Lihotzky) schlägt die Ausstellung einen Bogen zu wegweisenden aktuellen künstlerische Interpretationen.
Vom „Faschistischen Kindergarten“ (Till Gathmann) über Erziehung in der DDR (das Foto- und Sachbuch „Entwicklungswunder Mensch“ von Evelyn Richter und Hans-Dieter Schmidt) und idealtypische Entwürfe von und mit Kindern heute (Martin Schmidl, Olga Feger) bis hin zu Formen der prekären Betreuung von Kindern in „Kinderbewahrstuben“ heutiger Einkaufszentren (Ina Kwon) rückt der Blick der jeweiligen Zeit auf das Kind in den Mittelpunkt der Ausstellung. Exemplarisch werden so gesellschaftliche Wertvorstellungen und bestimmte Ideologien, die der Architektur wie auch den mit ihr verbundenen Erziehungskonzepten und Lebensentwürfen zugrunde liegen, beleuchtet.

Das Ausstellungsdesign des Büros Kessel und Züger Architekten greift zentrale Motive von Fassadengestaltung und Nutzung der thematisierten Bauten auf und wendet sie auf die Möglichkeiten einer Ausstellungsarchitektur in neuer Form an. Auf den schwarzen Tafeln in der Ausstellung wie auch in einzelnen künstlerischen Arbeiten sind die Kinder zum  Zeichnen  und Spielen herzlich eingeladen!

Veranstaltungen:

  • Ausstellung

    Ort: Kunsthaus

    Sa, 30. Apr 2016, 16 Uhr


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    Eröffnung

    Begrüßung: Christiane Mennicke-Schwarz (Leiterin des Kunsthauses und Kuratorin)
    Einführung: Anne König (Künstlerin und Kuratorin) und Roland Züger (Architekt und  Ausstellungsgestalter)

    Mit Kaffee und Kuchen von Tanteleuk

  • Film

    Ort: Kunsthaus

    Mi, 11. Mai 2016, 16 Uhr


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    Filmpremiere ›Wo wollen wir spielen?‹

    WO WOLLEN WIR SPIELEN , Videodokumentation eines
    Projektes von Olga Feger in Zusammenarbeit mit Robert Thiele
    (Kamera und Schnitt: Theo Thiesmeier).
    Für ihr partizipatives Projekt, das in dem Video dokumentiert ist, befragte
    Olga Feger Kinder des Dresdner Kinderladens „Schildkröte“ nach
    ihrer Vorstellung eines idealen Kindergartens. Welche Räume mögen sie
    und warum fühlen sie sich darin wohl? Was für Räume würden sie bauen,
    wenn sie sich einen Kindergarten bauen könnten? Alles war möglich,
    es wurden keine Grenzen gesetzt, auch Innen- und Außenraum konnten
    verschwimmen. Die von den Kindern entwickelten Ideen reichten von
    einem Rosengarten bis hin zu einem Turm in Form eines Piratenschiffes,
    von dem aus man Land sieht. Gewünscht wurden miteinander verknüpfte
    Trampolins zum Springen von einem Ort zum anderen, Klettergerüste
    voll behangen mit Spielzeug und ein Kino, in dem 24 Stunden
    lang Lieblingsfilme angeschaut werden können. Zunächst zeichneten die
    Kinder diese und viele weitere Raumvorstellungen, dann versuchten sie
    die verschiedenen Ideen miteinander zu verbinden und im Kindergartensandkasten
    modellhaft zu bauen. In einem dritten Schritt zeichneten
    und bauten sie Ihre Wunschräume in einem noch größeren Maßstab auf
    einer großen Freifläche. Dabei entstanden weitere Räume und dadurch
    auch neue Spielmöglichkeiten. So eröffnet das Video die Perspektive des
    Kindes auf Kindergartenarchitektur, die im Allgemeinen allein von Erwachsenen
    entworfen wird. Ein aus Platzgründen bevorstehender Umbau
    des Kinderladens „Schildkröte“ soll nach Möglichkeit die Ideen und
    Bedürfnisse seiner kleinen Nutzer von Beginn an mit einbeziehen.
    FEGER, OLGA (geb. 1980 in Freiburg im Breisgau, lebt und arbeitet
    in Dresden): Schauspielerin und Theatermacherin. Nach Assistenz in
    Theaterworkshops und einem Festival sowie Projekten mit obdachlosen
    Kindern in Westafrika studierte sie Schauspiel in Berlin und Paris. Olga
    Feger ist in der Projektleitung und als Schauspielerin an mehreren Produktionen
    der Bürgerbühne des Staatschausspiels beteiligt, unter anderem
    in Liebe 13 und Ich bin where I am, einer Produktion mit Geflüchteten
    und Dresdnern (2015). Im Mai 2016 hat das Stück Auf den Trümmern
    das Paradies, ebenfalls mit Dresdnern und Geflüchteten Premiere. Im
    Rahmen des von ihr mit weiteren Kolleg/innen am Staatsschauspiel
    konzipierten und aufgebauten Montagscafés der Bürgerbühne betreut
    sie einen offenen Theaterworkshop für Geflüchtete und Dresdner. Als
    aktives Mitglied des Theaterkollektivs Theatrale Subversion setzte sie
    unter anderem 2014 den experimentellen Videowalk EPNOTIA mit um.
    Als Produktion des Theaters La Lune entstand 2013 das partizipative
    Stück Kreide fressen mit ihrer Beteiligung. Aus dieser Zusammenarbeit
    entwickelten sich unter anderem die Produktion Heimisch wie auch weitere
    Projekte. In der Ausstellung ist ihre Arbeit →Wo wir spielen wollen
    (2016) zu sehen.

  • Gespräch

    Ort: Kunsthaus

    Mi, 25. Mai 2016, 19 Uhr


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    Räume für Kinder. Architekturentwürfe aus verschiedenen Epochen - eine Annäherung

    Anne König ist Autorin  und Kuratorin von Das Haus spielt mit,  die Ausstellung zeigt den gemeinsam mit Maya Schweizer gedrehten Film Utopien aus Beton (2011/15) zu zwei herausragenden Architekturen für Kinder, Le Corbusiers Dachkindergarten auf der Cité Radieuse in Marseille, einem der einflussreichsten und umstrittensten Bauwerke der Moderne und das Centrum-Warenhaus in der Bezirksstadt Suhl, das einen betriebseigenen Kindergarten auf dem Dach, eingebettet in die thüringische Landschaft bot. Aus ihren Recherchen für die Ausstellung entwickelte sie eine Vitrine, die wesentliche Stationen des  Aufbruchs in ein neu gedachtes Verhältnis von Kindern, Pädadogik und Raum, des Neuen Bauen und des Neuen Lernens zu Beginn des 20ten Jahrhunderts berührt.

    Als Verlegerin gründete Anne König 2001  mit Jan Wenzel und Markus Dreßen den Verlag Spector Books (www.spectorbooks.com), in dem Bücher am Schnittpunkt von Kunst, Theorie und Design erscheinen.

    Gemeinsam mit Jan Wenzel kuratiert König in diesem Jahr das f/stop Festival für Fotografie in Leipzig (23. Juni – 3. Juli 2016)

  • Ort: Kunsthaus

    Mo, 6. Jun 2016, 19 Uhr


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    Zur Kinderladenbewegung in München und Paris in den 60er und 70er Jahren

    Die Kinderladenbewegung setzte in den 1960er und 70er Jahren in verschiedenen europäischen Ländern erstmals eine Alternative zu staatlich geführten Einrichtungen durch, in der Wert auf Bildungskonzepte der Wertschätzung und Freiheitlichkeit des einzelnen Kindes gelegt wurde. Die heutige Tanztheaterdirektorin in Aix-en-Provence, Nicole Saïd, und die Filmemacherin und Künstlerin Margit Czenki berichten über die Anfangszeit der Kinderladenbewegung, ihre Erfahrungen als Mütter und Organisatorinnen, pädagogische Konzepte der Anfangszeit und die Nutzung von neuen Räumen. Vor allem zu Beginn wurden ehemalige Ladenlokale genutzt, und zu Orten für Kinder und Eltern umfunktioniert.  Heute sind Kinderläden als selbstverwaltete Elterninitiativen eine etablierte Größe im Bildungssystem, noch immer nutzen sie häufig Architekturen, die zunächst für andere Zwecke gebaut wurden.

    Nicole Saïd ist Direktorin der 1985 gegründeten Tanzkompagnie Ballet Preljocaj. Mitte der 1970er Jahre war sie Mitbegründerin des ersten Kinderladens in Frankreich, QUI – Quel univers inventer?, der heute noch existiert.  Nach der Mitarbeit in verschiedenen kollektiven Projekten, unter anderem  in dem dänischen Künstler- und Performanceprojekt Billedstoffteatret (heute Hotel Proforma) war sie in den 1980er Jahren Initiatorin des ersten Nationalen Tanzfestivals am Centre Pompidou in Paris und ist international im Bereich Tanz tätig. Mittlerweile sind auch in Frankreich zahlreiche Kindrläden entstanden. Der Kinderladen QUI wurde 1982 als erster Kinderladen staatlich anerkannt und gefördert.

    Margit Czenki ist Filmemacherin und Künstlerin in Hamburg. Ende der Sechziger Jahre war sie Mitglied der Kinderladenbewegung in München und hat 1969 den ersten antiautoritären Kindergarten in der Königinstraße 20 in München mitgegründet. Ihr Filmdebut, der Spielfilm Komplizinnen (1987) wurde weltweit gezeigt und im Fernsehen ausgestrahlt. Später gründete sie 1994 in Hamburg-St. Pauli ein Kinderhaus  – für Kinder, die aus den verschiedensten Gründen kein Zuhause haben. Mit dem kollektiven Projekt Park Fiction nahm sie 2002 an der documenta11 teil. 2012 konzipierte Czenki gemeinsam mit Christoph Schäfer und quartiervier architekten die ContainerUni für die Zeppelin Universität Friedrichshafen. Als Gründungsmitglied des interdisziplinären Planungsteams PlanBude organisiert Czenki derzeit die Beteiligung an der Neuplanung der ESSO-Häuser auf St. Pauli.

  • Vortrag

    Ort: Kunsthaus

    Mi, 15. Jun 2016, 19 Uhr


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    Der lange Weg in die Gesellschaft – Zu Evelyn Richters Fotobuch ›Entwicklungswunder Mensch‹

    Der Band Entwicklungswunder Mensch, herausgegeben von der Fotografin Evelyn Richter und dem Entwicklungspsychologen Hans-Dieter Schmidt ist eines der ungewöhnlichsten Fotobücher der DDR.

    Jan Wenzel montiert in der Ausstellung Das Haus spielt mit vierzehn Exemplare des Buches zu einer Abfolge von Doppelseiten aus Fotografie und Text,  die eine neue Lesart anbieten. Das Buch, das unter Einbeziehung zahlreicher weiterer , für die Fotografiegeschichte der DDR heute bedeutender Fotograf/innen entstanden ist, verbindet wissenschaftliche Darstellung mit sozialkritischer Fotografie und  beschreibt die Wachstumsschritte des Kindes von der Geburt bis zum Beginn der Schulzeit – und begleitet sein Heranwachsen zu einem Individuum und seinen Eintritt in die Gesellschaft. In seinem Vortrag verortet Jan Wenzel Entwicklungswunder Mensch in der Geschichte des Fotobuchs und setzt es in Beziehung zu einer Anzahl anderer Bücher. Das utopische Potential dieses Buches,  das von einer „möglichen Gesellschaft“, einer Gesellschaft jenseits von Disziplinierung und Funktionieren des Kindes ausgeht, steht im Vordergrund seines Interesses.

    JAN WENZEL (geb. 1972 in Bautzen, lebt und arbeitet in Leipzig): Künstler und Publizist. Seit Anfang der 1990er Jahre fotografiert er künstlerisch mit Passbildautomaten. Wenzel begründete in Leipzig die Zeitschrift cut+paste und 2001 gemeinsam mit Anne König den Verlag Spector Books (www.spectorbooks.com). Ab 2005 war er Beitragender der offenen Akademie General Panel, die sich in Veranstaltungen, Publikationen und Interventionen im öffentlichen Raum Fragen der Moderne widmete. Eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Flughafen Leipzig-Halle mündete in den Entwurf für eine große ortsbezogene Installation sowie das Hörstück Truppentransporte für den Aufbau Ost/ Wie der Flughafen Leipzig/Halle zum Militärdrehkreuz wurde, ein Radiofeature gemeinsam mit Jan Caspers (Deutschlandfunk 2009). In künstlerischer Zusammenarbeit mit Jan Caspers und Anne König entstanden seit 2006 mehrere Scherenschnitt-Filme, so Das Angebot oder Technologien des Selbst (2006) und Der Wetterwolf (2007). Von Wenzel ist in der Ausstellung die Buchinstallation Der lange Weg in die Gesellschaft (2016) zu sehen. 

    EVELYN RICHTER (geb. 1930 in Bautzen, lebt und arbeitet in Neukirch): Fotografin. Richter absolvierte in Dresden eine Ausbildung zur Portraitfotografin und studierte ab 1953 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, an der sie ab 1981 lehrte und von 1991 bis 2001 eine Ehrenprofessur innehatte. 1957 wurde sie Mitglied der „gruppe“ von DDR-Fotografen, seit ihrer Exmatrikulation aufgrund ihrer Unzufriedenheit mit der politischen Ausrichtung der HGB war sie den größten Teil ihres Lebens als freie Fotografin tätig. Richter arbeitet seit Jahren kontinuierlich in Serien und gilt als eine der wichtigsten  Vertreterinnen der sozialdokumentarisch geprägten Fotografie in der DDR, die den Alltag im Land festhielt. 1980 veröffentlichte sie das Buch Entwicklungswunder Mensch gemeinsam mit dem Psychologen Hans-Dieter Schmidt. 2005 wurde ihr Werk unter anderem in der Retrospektive Evelyn Richter. Rückblick, Konzepte, Fragmente am Museum der bildenden Künste in Leipzig gewürdigt.