Vortrag, Gespräch

27. Aug 2015, 19 Uhr

KW – Entdeckung oder Erfindung? Woher stammt das Material mit der Signatur Karl Waldmann?

Ort: Kunsthaus

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  • Collage: ha,ha,ha Hygiena-Institut, Berlin!, Karl Waldmann (o.J.),
Courtesy of Gallery Pascal Polar
    Collage: ha,ha,ha Hygiena-Institut, Berlin!, Karl Waldmann (o.J.), Courtesy of Gallery Pascal Polar

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In der aktuellen Ausstellung „Boundary Objects” zeigt das Kunsthaus Dresden eine Auswahl von elf Collagen mit der Signatur Karl Waldmann. Das Werk, dessen Geschichte rätselhaft bleibt, ist unter Verwendung von Ausschnitten aus historischen Zeitungen, Magazinen und anderen Druckerzeugnissen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert entstanden und weist eine Vielzahl stilistischer Einflüsse zwischen Dada und Konstruktivismus, aber auch politischer Propagandaarbeit auf. Ein kleiner Teil wird im Rahmen dieser Gruppenausstellung erstmals in Dresden und auch erstmals in Deutschland gezeigt.

 

Das Kunsthaus Dresden lädt zu einer Abendveranstaltung im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Künstliche Tatsachen – Boundary Objects“ mit dem Galeristen Pascal Polar, Sophie Goltz, Kuratorin der Ausstellung, Christiane Mennicke-Schwarz, Künstlerische Leitung des Kunsthaus Dresden, und Tobias Mörike, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts „Künstliche Tatsachen“. Thema sind die offenen Fragen zur Einordnung des Werkes mit der Signatur Karl Waldmann, das bisher mit vielen Rätseln verknüpft ist.

 

Bis heute lässt sich die Biographie von Waldmann nicht belegen. Handelt es sich um einen unbekannten Künstler, der seine Werke während der Nazi-Zeit geheim halten musste? Immer wieder steht die Frage im Raum, woher die Arbeiten von der Signatur KW oder Karl Waldmann kommen und ob es sich um authentische Werke handelt.

Der Galerist Pascal Polar sammelt seit 2002 Arbeiten Waldmanns, er berichtet, dass das Werk1989 auf einem Markt in Berlin aufgefunden wurde und weitere Werke bei Dresden erworben wurden. Eine Reihe der Waldmann zugeschriebenen Werke nimmt Bezug auf Dresden. Obwohl eine Künstlerpersönlichkeit unter diesem Namen zu diesem Zeitpunkt und bis heute nicht belegt werden konnte, kaufte Polar das Werk an, begann mit der Inventarisierung und stellte Nachforschungen an.

 

Im Kunsthaus Dresden stellt Pascal Polar erstmals die komplette Geschichte des Auffindens des Werks von Waldmann und die Ergebnisse seiner eigenen Nachforschungen öffentlich vor. Auch das Werk selbst soll Thema sein, denn die über 1.200 Collagen sind überaus vielfältig. Was bedeuten die Masken und afrikanischen Motive? Was interessierte den Künstler an Hollywood-Stars der Zeit wie Joan Crawford oder dem Bankräuber John Dillinger?

Das Pressegespräch und die Abendveranstaltung stellen in Form eines Zwischenberichtes die Entscheidungen zur Ausstellung dieses Werkes im Rahmen des Projektes wie auch die Rechercheergebnisse innerhalb des Projektteams durch Tobias Mörike als wissenschaftlichen Mitarbeiter vor und sollen weitere Impulse zur einer systematischen Untersuchung des vorliegenden Materials geben. Die Diskussion mit Pascal Polar stellt neue Fakten zu Karl Waldmann und die Ergebnisse aktueller Nachforschungen zu einem rätselhalten Werk vor.

 

Zum Referenten: Pascal Polar, geboren 1959, trägt zwei Bachelortitel der Freien Universität Brüssel in  Physik und Philosophie. Im Jahr 1984 promovierte er mit einer These über die Unumkehrbarkeit der Zeit. Von 1979-1985 war er Korrespondent des Musée d’Orsay für Ankäufe  für Stücke des Art Nouveau und Art Déco. Von 2000 ist 2005 war er Korrespondent der Pariser Galerie Galerie Saint Cyr in Brüssel. Seit 1985 leitet er die Galerie Pascal Polar in Brüssel. Seit 1999 ist er an verschiedenen Projekten zu zeitgenössischer afrikanischer Kunst beteiligt.