17. Sep 2021, 15 - 20 Uhr

EMPFANG ZUM STAATSBESUCH MOBILISTAN

Place: Kunsthaus

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  • Mobilistan // Photo: Anne Manss
    Mobilistan // Photo: Anne Manss

Die Künstler Manaf Halbouni und Christian Manss deklarieren morgen am Pariser Platz in Berlin den ersten mobilen Staat auf dem begrenzten Raum eines Fahrzeuges – MOBILISTAN. Der frisch gegründete Staat begibt sich von dort aus Richtung Istanbul auf eine Reise mit einer Reihe von Staatsbesuchen.

Der erste Staatsbesuch mit einer Vertragsunterzeichnung findet am kommenden Freitag, dem 17. September in Dresden statt und wir freuen uns aus diesem Anlass am Nachmittag ab 15 Uhr zu einem feierlichen Empfang im Kunsthaus Dresden einzuladen.

 

Empfang 15 – 20 Uhr in Anwesenheit der Minister:innen und Staatspräsident:innen

Unterzeichnung Abkommen 16 Uhr 

Während des Empfangs kann MOBILISTAN mit einem Visum besucht werden. Das Visum ermöglicht den temporären Aufenthalt in der Limousine und damit auf dem Territorium des durchreisenden Staates.

Was ist ein Staat? Was das Territorium? Und akzeptieren wir dessen Definitionen? Wer muss uns anerkennen, wenn nicht nur wir selbst? Diese Fragen tauchen immer wieder in der Geschichte auf, z.B. die Türkische Republik Nordzypern ist ein De-facto-Regime im Norden der Mittelmeerinsel Zypern, das von der internationalen Staatengemeinschaft mit Ausnahme der Türkei nicht als Staat anerkannt wird – aber er existiert, ist eine Tatsache. Und damit ist die Republik nicht allein: Südossetien, Abchasien, Arzach oder Transnistrien, um nur einige zu nennen. Und als Beispiel aus dem Bereich der Kunst: Im Jahr 1992 erklärte die NSK (Neue Slowenische Kunst) ihre Umwandlung von einem Kollektiv in einen Staat („Staat in der Zeit“). Diese Beispiele zeigen, dass die Erklärung der Eigenständigkeit als Staat reicht, um Tatsachen zu schaffen und nicht die Akzeptanz der Mehrheit. Nüchtern betrachtet, ist ein Staat nicht mehr als eine gesellschaftliche Verwaltungsstruktur.

MOBILISTAN soll als KUNSTPROJEKT verstanden werden, welches sich mit den Fragen Mobilität, begrenztem Territorium, Anerkennung, Ausgrenzung, Reisefreiheit und dem Wunsch nach Zugehörigkeit auseinandersetzt. Der Kunststaat wird auf dem Gebiet einer Stretchlimousine bzw. Staatslimousine entstehen und das Territorium bilden, in das man über die Türen des Fahrzeugs ein- und ausreisen kann. MOBILISTAN hat eine eigene Flagge, Hymne und einen eigenen Pass. Es gibt zu Beginn vier permanente Staatsbürger, welche gleichzeitig mehrere Rollen begleiten, wie Staatspräsident, Außenminister, Finanzminister, Innenminister etc. Diese vier permanenten Bürger sind Barbara Repe, Anne Manss, Manaf Halbouni und Christian Manss. Sie bestimmen über die Geschicke des Kunststaates. Wer Bürger werden darf, ein Visum erhält oder wo MOBILISTAN temporär ist.

Auf der Fahrt von Berlin nach Istanbul – Ziel ist das Mahalla Festival in Istanbul – planen die Staatenlenker weitere Staatsbesuche in Prag, Wien, Zagreb und Sofia. Natürlich hängt die Reisedauer von den pandemischen Bedingungen in den jeweiligen Ländern ab. Als Abschluß der staatlichen Aktivitäten in 2021 wird MOBILISTAN zur Ausstellung ZONE von Manaf Halbouni im Zentrum für verfolgte Künste in Solingen am 18.11.21 zu sehen sein.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.mobilistan.art/