Ausstellung

20. Mär – 23. Mai 2010

WELT IN DER HAND

Ort: Kunsthaus

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  • Vorraum der Ausstellung
    Vorraum der Ausstellung
  • Barthélémy Toguo: Bitter Destiny#3, 2009-10
    Barthélémy Toguo: Bitter Destiny#3, 2009-10
  • "up and down" : Schmutzige Geschäfte, 2010
  •  Laura Horelli, Mobile Phone Use / Advertising (1999)
    Laura Horelli, Mobile Phone Use / Advertising (1999)
  • Laura Horelli, Street Interviews / Helsinki (1998/99) `Untitled`/ 2010
    Laura Horelli, Street Interviews / Helsinki (1998/99) `Untitled`/ 2010
  • Einigkeit und Recht und Flatrate: Das Fermeldewesen (2010)
    Einigkeit und Recht und Flatrate: Das Fermeldewesen (2010)
  • Annika Ström : Min Mobil //
    Annika Ström : Min Mobil // "up and down" : Schmutzige Geschäfte
  • Ausstellungsansicht Laura Horelli/Dirk Lange
    Ausstellungsansicht Laura Horelli/Dirk Lange
  • Raumansicht Saitenkastenmatrix, Horelli, Wemenga-Kwawu
    Raumansicht Saitenkastenmatrix, Horelli, Wemenga-Kwawu
  • Barthélémy Toguo: Bitter Destiny#3, 2009-10
    Barthélémy Toguo: Bitter Destiny#3, 2009-10

Gegenwartskunst, Filme, Gespräche - zur globalen Alltagskultur des Mobiltelefons

20. March 2010 bis 23. May 2010

Maria Theresa Alves (Rom / Berlin), Joëlle de La Casinière (Brüssel), Jan Caspers, Anne König & Jan Wenzel (Leipzig), Alice Creischer & Andreas Siekmann und Christian von Borries (Berlin), Jimmie Durham (Rom / Berlin), William Engelen (Berlin), Laura Horelli (Helsinki / Berlin), Annette Krauss (Stuttgart), Sigit Pius Kuncoro (Yogyakarta), Dirk Lange (Dresden), Takashi Murakami (Tokio), Tony Oursler (New York), Tanja Nellemann Poulsen (Århus), Erwin Stache (Leipzig), Annika Ström (Hove / London), Barthélémy Toguo (Paris / Banjoun), Rikki Wemega-Kwawu (Takodari)
und up and down /Thilo Fröbel mit Sebastian Bellmann, Erik Niemz, Stefan Schille, Manuel Siegert, Roald Sorms, Ronny Voß (Dresden)
SMS-Lyrik: Roman Israel, Moritz 7, Stefan Seyfarth (Dresden)

Kuratiert von Miya Yoshida in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Dresden

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Im Zeitalter des Internets verspricht das Handy eine nahezu grenzenlose Erweiterung unserer Handlungsspielräume und den ununterbrochenen Anschluss zugleich an globale wie auch persönliche Netzwerke. Kaum eine technologische Innovation der vergangenen Jahrzehnte hat ähnlich mühelos und schnell eine so massenhafte Verbreitung gefunden und dabei derart umfassend von unserem Alltag Besitz ergriffen wie das tragbare Telefon. Als Statussymbol eines gehobenen Konsums, bei dem es nicht um materielle Güter, sondern um Information geht, verkörpert es die individuelle Teilhabe an der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Man kann es als »Territorialmaschine« bezeichnen: ein elektronisches Gerät, das seinen Nut-zer/innen die Welt nicht nur »zu Füßen«, sondern in die Hand legt.

Als Kamera, Walkman, Organizer, Navigationsgerät und Briefkasten für private und berufliche Nachrichten stellt das Handy die persönliche Verbundenheit mit der Welt nicht nur in ihrem wohlhabenden Teil, sondern auch in den Gesellschaften her, die zuvor wenig oder keinen Zugang zu den Kommunikationsnetzwerken hatten. Der Siegeszug der mobilen Kommunikation in Afrika ist beispiellos.

Inzwischen jedoch wird die permanente Verfügbarkeit unserer Welt, aber auch unseres Ichs in all seinen Handlungen und Emotionen auch zu einem zumindest zweischneidigen Versprechen. Der Titel Welt in der Hand bezieht sich auf Welt am Draht, einen Fernsehfilm Rainer Werner Fassbinders, der damit eine der ersten Beschreibungen von Virtualität filmisch umsetzte: Daniel F. Galouyes Roman von 1964 handelt von einer virtuellen Großstadt, die zu Marktforschungszwecken geschaffen wurde. Das zeitgenössische Mobiltelefon als mobile Außenstelle unseres Gehirns, deren Daten permanent per Satellit abgerufen werden könnten, wäre in diesem Falle die ideale Schnittstelle zu unserem Bewusstsein.

Die von Miya Yoshida in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Dresden entwickelte Ausstellung, das Begleitprogramm und das zu Welt in der Hand erscheinende Buch thematisieren Aspekte der globalen Alltagskultur des Mobiltelefons.