Performance

20. Jun – 25. Jun 2016

TOMORROW WE WILL EXPLAIN

Ort: Kunsthaus

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  • © MFA-Program “Public Art and New Artistic Strategies”, Faculty of Art and Design, Bauhaus-Universität Weimar, 2016
    © MFA-Program “Public Art and New Artistic Strategies”, Faculty of Art and Design, Bauhaus-Universität Weimar, 2016

Künstler*innen
Angélica M. Barón (Colombia), Vienne Chan (Hong Kong), Ahmet Kavas (Turkey), Rebecca A. Layton (USA), Mila Panić (Bosnia and Herzegovina), Yun Ju Park (South Korea), Mariya Pavlenko (Ukraine), Lena Skrabs (Germany),  Natsumi Sugiyama (Japan), Saša Tatić (Bosnia and Herzegovina), Ada Kai-Ting Yang (Taiwan)

Künstlerische Leitung:  Frau Prof. Danica Dakić, Claire Waffel, Ina Weise und Jirka Reichmann (Koordination)

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Dresden ist ein Ort, an dem die Herausforderung, mit der aktuellen Situation der Flucht und Migration und den damit in der Bevölkerung entstehenden Ressentiments aktiv umzugehen, eine besondere Dringlichkeit entwickelt hat. Das Projekt TOMORROW WE WILL EXPLAIN untersucht den Stadtraum Dresdens im Kontext der politischen Situation und nutzt einen Moment, der Umbrüche und Fragen zulässt.

Im Juni 2016 besuchen 11 internationale Studierende des MFA-Studiengangs »Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien/Public Art and New Artistic Strategies« der Bauhaus-Universität Weimar Dresden. Für einen Zeitraum von zwei Wochen wird die Stadt Produktionstätte für künstlerische Arbeiten im öffentlichen Raum. Die Wünsche, Ängste und Vorstellungen der in Dresden lebenden Menschen über die Zukunft der Stadt, bezüglich Flucht und Ankommen, werden Teil des künstlerischen Prozesses.

Veranstaltungen:

  • Ort: Kunsthaus

    Mo, 20. Jun 2016, 18 Uhr

    Zur Politischen Kultur des Ortes

    Eröffnungsrede und Podiumsgespräch mit Annekatrin Klepsch, Bürgermeisterin für Kultur und Tourismus Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg, Professur Kultursoziologie TU Dresden, Michal Tomaszewski, Musiker und Aktivist,  Nabil Yacoub, Journalist und Menschenrechtsaktivist und Dr. Boris Buden, Kulturtheoretiker, Berlin.

    Das Podiumsgespräch stellt Fragen nach den unsichtbaren Beziehungen zwischen einem kulturellen Ort (in diesem Fall Dresden) und einer bestimmten Form der politischen Mobilisierung (rechte, anti-migrantische Bewegungen). Von den besonderen Rahmenbedingungen des Ortes ausgehend, steht zur Diskussion, wie Kulturproduzent/innen und  insbesondere Künstler und Kunstinstitutionen in solche Beziehungen eingreifen können, um die festgefahrenen Bedeutungen zu lösen und kulturelle Identitäten im positiven Sinne herauszufordern, um so zu einer Weiterentwicklung beizutragen.

    Annekatrin Klepsch, ist Kulturtheoretikerin und Politikerin in Dresden. Seit 2015 ist sie Dresdens Bürgermeisterin für Kultur- und Tourismus.

    Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg ist Kultursoziologe an der  Technischen Universität Dresden. Seit 1997 ist er im Vorstand des Forschungsprojektes
    “Institutionalität und Historizität“ und seit 2000 Leiterder des Europäischen Forschungsprojektes “Institutional Order, writing and symbols“.
    An der TU Dresden hat er derzeit eine Forschungsprofessur für Soziologische Theorie, Geschichte der Theorie und Kultursoziologie inne.

    Michal Tomaszewski ist Musiker und Kulturaktivist in Dresden. Er ist Mitbegründer der Blechbläserband Banda Communale (2011), die sich 2015 zur “Banda Internationale“ erweitert hat und war ein aktives Mitglied der kulturaktivistischen Initiative “Neujahrsputz“, die sich in Reaktion auf Pegida im Dezember 2014 gebildet hat.

    Nabil Yacoub ist Journalist und Menschenrechtsaktivist seit 1959 in Dresden und gehört  zur Gründungsinitiative des Ausländerrates e.V. (1990).

     

     

  • Vortrag, Gespräch

    Ort: Kunsthaus

    Di, 21. Jun 2016, 18 Uhr

    Wie kehren wir heute zur Retro/Neo/Avant/Garde zurück?

    Der Vortrag wird die Hinterlassenschaft und Logik der Avantgarde ansprechen. Wie können (oder müssen) wir noch zu ihr zurückkehren, und was können wir von anderen Rückblicken, Neo-Avantgarde und Retro-Avantgarde, in Bezug auf spätere Konstellationen und die Rolle der Kunst lernen? Es werden drei Prozesse erläutert, die der ›Garde‹ immanent sind – Identifikation, Dis-Identifikation und Über-Identifikation –  und ihre potentielle Verwendung für heute aufgezeigt.

    Wenn die Avantgarde darauf hoffte, in einem Zeitalter der Möglichkeiten einer neuen, radikalen Welt,  einen offenen Raum der Begegnung zwischen Kunst, Theorie und Politik zu schaffen und aufrechtzuhalten, wo bleibt dieses ›Versprechen‹ heute? Welche Bedeutung hat es in einer Zeit, in der die führende Rolle der Avantgarde, europaweit den Wandel als Bewegung zu organisieren, entweder von nicht repräsentativen ›Occupy‹- Bewegungen oder durch postfaschistische Kräfte (Pegida und AfD in Deutschland, aber auch durch deren Pendants an anderen Orten) übernommen wurde?

    Dr. Gal Kirn ist Philosoph und derzeit Forschungsstipendiat der Humboldt Universität, Berlin. Er war Fellow des ICI, Berlin und Forscher an der Jan van Eyck Academie in Maastricht, wo er eine Reihe internationaler Konferenzen zum Thema Jugoslawien, Stadtplanung als Selbstmanagement, Jugoslawisches ›Black Wave Cinema‹ und den philosophischen Theorien Althussers organisierte. Kirns jüngste Veröffentlichung ist sein Buch Partisan Ruptures and Market Socialism in Yugoslavia (Sophija, 2014). In seiner Heimatstadt Ljubljana ist er aktives Mitglied der Workers’-Punks’ University.

  • Vortrag, Gespräch

    Ort: Kunsthaus

    Mi, 22. Jun 2016, 18 Uhr

    ›Intervention / Handeln / Umsetzen‹ - Das Performative des Politischen

    Margarita Tsomou, Verlegerin, Kulturschaffende, Kuratorin und Dr. Boris Buden, Kulturwissenschaftler, Berlin

    Die Präsentation wird verschiedene Möglichkeiten das Performative im Politischen zu entwerfen, durchleuchten – unter Einbringung von Beispielen aus Tsomou’s künstlerischer Forschung und Praxis, legt sie den Fokus auf eine interventionistische Kunst auf der einen Seite wie auch eine ästhetische Perspektive auf die aktuellen sozialen Bewegungen auf der anderen Seite.

    Als eine griechische Verlegerin, Kulturschaffende und Kuratorin hat Margarita Tsomou ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt derzeit in Berlin. Derzeit arbeitet sie an der Fertigstellung ihres Buches Representation of the Many im Kontext der griechischen Indignados Bewegung Syntagma Square Occupation im Jahre 2011 in Athen mit besonderer Betrachtung performativer Aspekte politischer Praxis. Sie ist Herausgeberin des pop-feministischen Missy-Magazine und schreibt für deutsche Zeitungen und Radio (f.ex., Die Zeit, taz, WDR, SWR). Ihre künstlerischen Kooperationen und kuratorischen Projekte wurden an Theatern wie der Volksbühne Berlin, dem Hebbel am Ufer Berlin, Kampnagel Hamburg, Onassis Cultural Center Athens, Goethe-Institut Athen usw. aufgeführt.  Schwerpunkte ihrer Arbeit  sind Queer-Feminismus, politische Performance sowie Theorie der Demokratie und der Wandel der griechischen Gesellschaft während der Schuldenkrise.

  • Vortrag, Gespräch

    Ort: Kunsthaus

    Do, 23. Jun 2016, 18 Uhr

    Being Idiot – Idiotie als politisches Handeln

    Mit Zoran Terzić, Künstler und Kulturwissenschaftler, Rebecca A. LaytonKünstlerin und Dr. Boris Buden, Kulturtheoretiker, Berlin

    Idiotai waren private Bürger des antiken Athen, die nicht an politischen Prozess teilhatten. Idiotie bezeichnet eine soziale Dysfunktion. Überraschenderweise propagiert Sokrates in seiner Verteidigung vor Gericht, dass ein wahres politisches Leben privat gelebt wird, indem man sich strategisch zurückzieht und ein Idiot wird, um Verbündete zu sammeln und auf diese Weise die Agora zu beeinflussen. Platos akademische Welt, das heißt: wir, KünstlerInnen & Intellektuelle, repräsentieren dieses Arbeitsergebnis.

    Während heute Rechtspopulisten häufig als Idioten bezeichnet werden, weil ihre Forderungen entweder widersprüchlich, bedeutungslos oder tautologisch sind,  werden diese Aussagen trotzdem oft als fundierte politische Aussagen präsentiert. Zoran Terzić weist darauf hin, dass es indirekt um umfassendere Fragen geht, welche indirekt das alte Problem des politischen Engagements reflektieren.

    Er erörtert, dass es eine allgemeine Tendenz der Idiotie gibt, die es immer schwieriger macht, zwischen politischen und unpolitischen Positionen zu unterscheiden. Dies führt zu der Schwierigkeit, die neo- oder postfaschistischen Ideologien von heute genau aufzuzeigen. Das ›idiotische Paradigma‹ (Matthäus Poole) hat nichts mit Dummheit zu tun, sondern ist vielmehr ein Symptom der inneren Widersprüche des Neoliberalismus und des ›Rituals des Kapitals‹ (Jacques Camatte), welche alle Formen der zeitgenössischen Ausdrucks umfasst.

    Dr. phil. Zoran Terzić, studierte Freie Kunst in New York mit Jessica Stockholder und Tommy Lanigan-Schmidt und promovierte unter Bazon Brock am Institute for Non-Normative Aesthetics in Wuppertal. Er hat über kulturellen Extremismus, Identität und politische Intervention geschrieben und umkreist auf diese Weise ständig den Politik-Ästhetik Kosmos. Sein Buch Art of Nationalism (Berlin 2007) befasst sich mit der kulturellen Semiotik von Krieg. Zoran Terzić unterrichtet seit mehreren Jahren und nahm an zahlreichen internationalen Kunstfestivals, Konferenzen und Forschungsinitiativen teil. Er ist als Gründungsmitglied des Projektes Daughters & Sons of Gastarbeiter mit autobiografischen Essays auf Tour und produzierte einen Kurzfilm als Teil des Projektes. Zoran Terzić ist Teil der Initiative ›(Post) fascist idyll‹, die vor kurzem eine konzeptuelle Installation in der Volksbühne Berlin initiierte. Er lebt in Berlin.

     

  • Performance, Führung

    Ort: Treffpunkt am Kunsthaus
    Dresden

    Fr, 24. Jun 2016, 16 Uhr

    WALK OF ART - öffentliche Präsentation von künstlerischen Arbeiten im Stadtraum

    Die unter dem Titel TOMORROW WE WILL EXPLAIN entstandenen Interventionen, Performances und Installationen der Studierenden werden am 24. und 25. Juni 2016 einmalig präsentiert. Der Rundgang lädt dazu ein, durch die künstlerischen Arbeiten neue Sichtweisen auf bekannte
    Szenarien zu erfahren und entlang verschiedener Stationen in der Dresdner Innenstadt zu erkunden. Am Freitag, den 24. Juni, nach dem ersten WALK OF ART sind alle ins Kunsthaus Dresden zu Getränken und Musik eingeladen.

  • Ort: Treffpunkt am Kunsthaus Dresden, dann Rundgang durch die Stadt

    Sa, 25. Jun 2016, 16 Uhr

    WALK OF ART - öffentliche Präsentation von künstlerischen Arbeiten im Stadtraum

    Die unter dem Titel TOMORROW WE WILL EXPLAIN entstandenen Interventionen, Performances und Installationen der Studierenden werden am 24. und 25. Juni 2016 einmalig präsentiert. Der Rundgang lädt dazu ein, durch die künstlerischen Arbeiten neue Sichtweisen auf bekannte
    Szenarien zu erfahren und entlang verschiedener Stationen in der Dresdner Innenstadt zu erkunden. Am Freitag, den 24. Juni, nach dem ersten WALK OF ART sind alle ins Kunsthaus Dresden zu Getränken und Musik eingeladen.