Heute 22. Apr – 6. Jun 2021

PRELUDE NORDOST SÜDWEST: Ina Weise // NEE NEE NEE

Ort: robotronkantine, Lignerallee, Dresden-Zentrum

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  • Ina Weise; PRELUDE NORDOST SÜDWEST; Kunsthaus Dresden
    Ina Weise; PRELUDE NORDOST SÜDWEST; Kunsthaus Dresden
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    Ina Weise; PRELUDE NORDOST SÜDWEST; Kunsthaus Dresden

Kunst an der Fassade der robotronkantine

Ab heute, Donnerstag, dem 22. April ist nun auch die zweite Etappe von Prelude Nordost Südwest an der Außenfassade der robotronkantine unter freiem Himmel zu sehen.

Vier ausgewählte Dresdner Künstler:innen, André Tempel, Ina Weise, Henning Haupt und Stephanie Lüning, bespielen vom 10. April bis zum 6. Juni temporär die Außenfassade der robotronkantine, einem für die Identität der Stadt wichtigen Bau der Ostmoderne im Herzen der Stadt.

Die Bespielung der Fassade ist als Prozess angelegt. Jeweils im Abstand von zwei Wochen kommt eine weitere künstlerische Arbeit dazu. Die künstlerischen Interventionen an der Fassade des seit mehreren Jahren leerstehenden Gebäudes setzen dem fortschreitenden Vandalismus vor Ort buchstäblich Kunst entgegen. In Zeiten der Pandemie und des Stillstands für die Kultur bilden sie das Vorspiel zu einer internationalen Ausstellung, die 2022 ein gemeinsam gesponnenes Netz von Orten und Menschen im Stadtraum verbinden soll.

Zur individuellen Besichtigung der temporären künstlerischen Arbeiten an der Fassade sind Sie im Zeitraum vom 8. April bis 6. Juni 2021 herzlich eingeladen.

INTERVENTIONEN ab 8. April: André Tempel ab 22. April: Ina Weise ab 6. Mai: Henning Haupt

ACHTUNG VERSCHOBEN, BITTE VORMERKEN: Die PERFORMANCE von Stephanie Lüning, geplant für Do, 13. Mai (Himmelfahrt),  und die Architekturführung ROBOTRONWALK des Netzwerk Ostmodern rund um die robotronkantine müssen aufgrund der noch anhaltenden Pandemiesituation noch einmal verschoben werden: Der neue Termin ist So, der 30. Mai, 15 Uhr!

Die Künstlerin Ina Weise installiert auf dem Dach der robotron-Kantine Buchstaben des Neon-Schriftzugs eines ehemaligen Dresdner DDR-Dienstleistungszentrums, die von Aktivisten des Netzwerks Ostmodern.org vor dem Abriss gerettet wurden. Ina Weise interessiert sich für unterschiedlichen Traditionen der Kommunikation im Stadtraum. „Die Nachhaltigkeit heutiger Architektur und Stadtentwicklung auch im Umgang mit der Nachkriegsmoderne ist für mich ein wichtiges Thema. Der öffentliche Raum ist ein wichtiger Ort für den Austausch über die Art und Weise, wie wir in Zukunft leben möchten“ sagt Ina Weise.

Die Aussage der ersten Wortbildung „NEE NEE NEE“ lässt sich vielfältig deuten. Es kann sowohl ein Bezug zu aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung hinein gelesen werden, als auch ein Bezug zur Alltagssprache, in der Ratlosigkeit und Sorge um gesellschaftliche Entwicklung der Zeit vielfach einen emotionalen Ausdruck findet. Als künstlerische Vorbilder interessierten die Künstlerin die avantgardistischen Performances der 1960er und 70er Jahre wie Bruce Naumann oder auch die Tonbandarbeit von Joseph Beuys aus dem Jahr 1969 mit dem TitelJa Ja Ja Ja Ja, Nee Nee Nee Nee Nee.

Ina Weise plant ebenfalls Jugendliche auf der unmittelbar anliegenden Skaterbahn, mit der Frage anzusprechen, welches Wort sie auf dem Dach der Kantine stehen sehen möchten. Aus den vorhandenen Buchstaben können sie jeweils ihr eigenes Wort bilden, so dass die Installation durch ihre „Wortwahl“ verändert wird.

Die Künstlerin war mit ihrer Buchstabenaktion bereits im Frühjahr 2018 vor der robotronkantine präsent, damals im Rahmen einer Pressekonferenz zur Zukunft des Gebäudes. In der Zwischenzeit wurden die Buchstaben in verschiedenen Ausstellungen bundesweit gezeigt.

Ina Weise (*1985 in Dresden, lebt in Dresden) arbeitet mit ortspezifischen Interventionen und Performances im Stadtraum. Sie studierte Design an der Hochschule für Angewandte Kunst in Schneeberg sowie “Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien” an der Bauhaus-Universität Weimar.

Das Projekt Prelude Nordost Südwest bildet das Vorspiel zu einer internationalen Ausstellung in Dresden, die 2022 ein gemeinsam gesponnenes Netz von Orten und Menschen im Stadtraum verbinden soll. In Zeiten der Pandemie steht der Verweis auf die Himmelsrichtungen für den Wunsch, die gemeinsamen kulturellen Beziehungen zu anderen Menschen, Landschaften zu erhalten und zu pflegen.

Hintergrund

Bereits seit dem 10. April ist die erste Etappe, die 102 Meter umspannende künstlerische Installation des Dresdner Künstlers André Tempel zu sehen, die das Gebäude mit einem bunten Muster aus farbigen Folienstreifen umspannt. Entlang der Pfeiler entsteht dabei eine auch aus großer Entfernung deutlich sichtbare, farbige Raumzeichnung. „Die Kantine ist eigentlich ein eleganter, zur Zeit sehr vernachlässigter Bau. Mich interessiert, wie Räume sich durch grafische Eingriffe und Farbe verändern lassen,“ sagt Tempel.

Die robotron-Kantine wurde zwischen 1969 und 1972 von den Architekten Herbert Zimmer, Peter Schramm und Siegfried Thiel entworfen. Die unweit des Dresdner Hygiene-Museums gelegene ehemalige Betriebsgaststätte im Herzen der Stadt bildete das Zentrum des weitläufigen Areals des ehemaligen VEB Robotron und damit der Informationstechnologie in der DDR. Nach verschiedenen Nutzungen, die das Ensemble nach 1989 erfahren hat, ist der größte Teil der Entwicklung eines neuen Stadtteils gewichen: die Quartiere am Blüherpark.

In Zeiten der Pandemie und des Stillstands für die Kultur bildet sie das Vorspiel zu einer internationalen Ausstellung, die 2022 ein gemeinsam gesponnenes Netz von Orten und Menschen im Stadtraum verbinden soll.

Die künstlerischen Installationen und Performances werden vom 10. April bis 6. Juni 2021 in vier Etappen zu sehen sein. Ab Mitte Mai sind alle künstlerischen Installation für zwei Wochen zeitgleich zu sehen.