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  • Kunsthaus Dresden, Foto: David Brandt
  • Eröffnung von "Lines/Linien", Kunsthaus Dresden, 2013
  • Hintereingang, Lichtinstallation: Sebastian Hempel, "Lichtwellen", 2013, Architektur: Büro Kessel und Züger, Foto: David Brandt
  • Eröffnung von "Lines/Linien", Kunsthaus Dresden, 2013
  • Eröffnung von "Lines/Linien", Kunsthaus Dresden, 2013
  • Eröffnung von "Lines/Linien", Kunsthaus Dresden, 2013
  • Kunsthausplatz nach der Fertigstellung
  • Performance "Halten1" von Anna Till und Romy Kißling, zu "Lines/Linien", 2013. Foto: David Pinzer
  • Performance "Halten1" von Anna Till und Romy Kißling, zu "Lines/Linien", 2013. Foto: David Pinzer
  • Performance "Halten1" von Anna Till und Romy Kißling, zu "Lines/Linien", 2013. Foto: David Pinzer

Das Kunsthaus Dresden als städtische Galerie für Gegenwartskunst bietet mit seinen wechselnden Ausstellungen aktueller Kunst der Gegenwart einem breiten Publikum in Dresden Einblicke in das Kunstgeschehen der Welt. Die hier konzipierten und von einem kleinen Team umgesetzten Ausstellungen widmen sich besonderen, zumeist aktuellen Themen der Kunst und bieten in der Regel ein internationales Spektrum. Ein wesentliches Anliegen des Hauses ist es, künstlerische Ausdrucksformen und Inhalte einem breiten Publikum nahe zu bringen, dass auf diesem Wege mehr über die Kunst erfährt.

In der Ausstellungskonzeption verfolgt das Kunsthaus Dresden sowohl Einzelprojekte als auch längerfristige thematische Reihen. Schwerpunkte der Reihe Geschichte / History  und Notes from the Empire sind beispielsweise Erinnerungsprozesse als Gegenstand zeitgenössischer Kunst und das Verhältnis von Kunst und Geschichte. Aktuelle Veränderungen unseres Denkens durch die Möglichkeiten digitaler Medientechnologie reflektiert die Reihe wire/less. Ein weiterer Fokus wird ausgehend von unserer unmittelbaren materiellen Umgebung die künstlerische Reflektion unser kulturellen und naturgegebenen Ressourcen bilden.

Über die wechselnden Angebote des Hauses, die in vielen Bereichen konkrete Einstiegs- und Ausstellungsmöglichkeiten bieten, werden gezielt Impulse vermittelt und Verbindungen und Vernetzungsmöglichkeiten zwischen der jungen Dresdener Kulturszene und einem interessierten Dresdner Publikum zu überregionalen Diskursen und ausgewählten Akteuren der internationalen Gegenwartskunst hergestellt.

Kunst = Bildung

Das Bildungspotential der Gegenwartskunst in Bezug auf ästhetische und kulturelle Bildung macht einen weiteren Schwerpunkt der Projektentwicklung am Kunsthaus Dresden aus und führt zu fortlaufenden Projekten, unter anderem Das Mobile Landschaftsatelier, Walden # 3, Vot ken you mach mobil und White Cube Black Box, das ein eigenes Format des Kunsthauses in Kooperation mit Jugendlichen in Zusammenarbeit mit Architekten, Gestaltern, Künstlern in Dresden bildet. Siehe auch www.white-cube-black-box.de

Aktuell

Jenseits regelmäßiger Gesprächsangebote zu den aktuellen Ausstellungen (Siehe Führungen) werden daher aktuelle genreübergreifende Veranstaltungen zu den jeweiligen Ausstellungsschwerpunkten angeboten. Hinweise zu den entsprechenden Gesprächen, Filmen, Lectures oder Performances mit den entsprechenden Einlasszeiten und Eintrittsmodalitäten finden Sie ebenfalls im aktuellen Programm.

Kunsthausplatz

Seit 2010 wurde auf Initiative des Kunsthaus Dresden und im Auftrag des Stadtplanungsamtes der Landeshauptstadt Dresden nach einem Entwurf des Künstlers Jozef Legrand ein neuer Platz realisiert, der das Kunsthaus in seiner Mitte präsentiert. Drei lange geschwungene Bänke, basieren auf der Form von Arabesken. Als dreidimensionale Zeichnungen rahmen sie die zentral auf dem Platz befindlichen Bäume und laden zum Sitzen, Klettern, Balancieren oder an der Form entlang Streifen ein. Linien im Pflaster stellen abstrakte Verbindungen zur Umgebung des Hauses her und verweisen weiter auf den Stadtraum. In das Pflaster eingelassene Worte stellen Bezüge zwischen subjektiver Raumerfahrung und dem urbanen Umfeld her.

Für die Außenfassade des Hauses entstanden zwei permanente künstlerische Installationen. Der 1971 in Dresden geborene und hier lebende und arbeitende Künstler Sebastian Hempel hat für die rückwärtige Fassade des Kunsthauses in enger Zusammenarbeit mit den Architekt/innen des Büros Kessel & Züger eine neue Lichtinstallation entwickelt. Ausgestattet mit Sensoren, reagiert die auf LEDs basierende Installation geschaffen, die auf die Bewegungen der Passant/innen bzw. Besucher/innen des Hauses, als potentielle Nutzer aber zugleich Akteure reagiert. Deren Bewegungen werden zu Auslösern, die „das künstlerische Ereignis mittels ihres Körpers in Gang setzen. Erst die körperliche Präsenz des Nutzers vollendet das Kunstwerk, das sich nur im Augenblick seiner Betrachtung wirklich ereignen kann.“ (Holger Birkholz)

Das Büro Kessel & Züger, das ebenfalls vor einigen Jahren den vorderen Eingangsbereich des Kunsthauses Dresden neu entworfen hat, hat für die neue Eingangssituation hinten gemeinsam mit Sebastian Hempel eine räumliche Gestaltung sowie ein Vordach konzipiert.

Die Arbeit der  Künstlerin Karolina Freino mit dem Titel „SOS (Save our Souls)“ ist eine architekturbezogene plastische Arbeit, entsprechend des Auftrags positioniert sie sich an der Südfassade des Hauses. Die Installation, die aus neun plastischen verspiegelten Elementen besteht, bezieht sich auf den Kulturauftrag des Hauses und thematisiert auf indirekte, poetische Weise Fragen von Wertwandel und kulturellem Auftrag in einer sich wandelnden Gesellschaft.

Das internationale Morsezeichen SOS ist ein Notsignal, das überall auf der Welt verstanden wird, drei kurz, drei lang, drei kurz, · · · − − − · · · wurde 1906 auf der 2. Internationalen Funkkonferenz in Berlin festgelegt und gilt seither. In den gewölbten Oberflächen der ins Dreidimensionale übersetzten Morsezeichen, spiegelt sich die Nachbarschaft, verändert sich jedoch je nach Standpunkt des Betrachters. Der Betrachtende der Kunst, eine durch den Spiegeleffekt der gewölbten Oberflächen unmittelbare Erfahrung, bleibt dabei immer mit ‚im Bild’. Die Arbeit sensibilisiert für die Übersetzungsleistungen der Kunst, deren Internationalisierung etwa zeitgleich wie die des Funkverkehrs einsetzt und einen unumkehrbaren Prozess der globalisierten Moderne beschreibt.

Website von Jozef Legrand
Website von Sebastian Hempel
Website von Karolina Freino

Geschichte

Die Geschichte des heutigen Kunsthaus Dresden beginnt im Jahre 1981. Hier wurde im gleichen Gebäude eine „Galerie Rähnitzgasse“ zu Ausstellungszwecken eingerichtet und das das 1730 im typischen Stil der Dresdner Neustadt errichtete Wohnhaus in ein Ausstellungsgebäude verwandelt
1984-90 war das Haus Sitz des "Zentrums für Kunstausstellungen", von hier aus wurde die IX. und X. Kunstausstellung der DDR logistisch vorbereitet. Ein Teil dieser Großausstellung wurde ebenfalls auf den Ausstellungsflächen des Hauses präsentiert. In den Jahren zwischen großen Kunstausstellungen wurden hier regelmässig wechselnde Ausstellungen der Gegenwartskunst gezeigt, zum Teil auch in Kooperation mit Partnern aus dem Ausland.
Nach der deutschen Wiedervereinigung beschloss der Stadtrat eine Weiternutzung des Standortes für die zeitgenössische Kunst unter der Maßgabe, in einem bis dahin vorwiegend auf nationales und lokales Kunstschaffen von Zeitgenossen ausgerichteten Kulturangebot der Stadt eine Plattform für aktuelle Strömungen der Kunst mit einem internationalen Spektrum zu bieten und damit eine Verbindung der lokalen Kunst- und Kulturszene zur internationalen Szene und aktuellem Geschehen zu schaffen.
Diese Neuorientierung ging zunächst mit einer massiven Reduktion des Personals von früher 10 auf heute 3 festangestellte Mitarbeiter einher. Bis 1995 wurde das Haus in einer konzeptionellen Übergangsphase vom Kulturamt Dresden mit dem Ziel geleitet, eine internationale Öffnung des Ausstellungsprogramms zu befördern und eine neue Identität der Einrichtung als Ausstellungshaus für Gegenwartskunst zu begründen, diese wurde mit der ersten wissenschaftlich und fachlich qualifizierten Leitung des Hauses Mitte der neunziger Jahre fortgesetzt.
Seit den frühen neunziger Jahren werden in wechselnden Ausstellungen prägnante Einblicke in aktuelle internationale und regionale Tendenzen und Entwicklungen der Gegenwartskunst geboten.
Harald Kunde hatte von 1995 bis 2001 die Leitung des Hauses inne. Ab Frühjahr 2003 wird das Kunsthaus durch Christiane Mennicke-Schwarz geführt. Zwischen 2007 und 2009 wurde das Haus in der Elternzeitvertretung durch Susanne Weiß geleitet. Eine weitere Vertretung erfolgte zwischen 2011 und 2013 durch Dr. Petra Reichensperger. Seit April 2013 hat Christiane Mennicke-Schwarz die Leitung des Hauses wieder übernommen.