Kunstbegriffe

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Unter der Überschrift Kunstbegriffe widmet sich die Reihe programmatisch den zentralen Begriffen der Kunst. Ziel der Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und dem Landesverband Bildende Kunst e.V. ist es, Künstlerinnen und Künstler ebenso wie Kunsthistorikerinnen und -historiker, Studierende der Kunst sowie ein allgemein interessiertes Publikum zusammenzubringen, um gemeinsam gewachsene Kategorien und grundlegende Auffassungen der Kunst zu vertiefen und in einem globalen Zusammenhang zu befragen.

Fachleute aus Kunsttheorie wie auch Ausstellungspraxis werden eingeladen, jeweils zu ausgewählten begrifflichen Fundamenten der Kunst vorzutragen und diese vor dem Hintergrund ihrer Entstehung und Verwendung in spezifischen historischen Situationen zu erläutern.

Ist ein Begriff wie Avantgardismus  für die zeitgenössische Kunst noch aktuell? Wo liegen die Wurzeln eines heutigen Abstraktion-Verständnisses und wie haben sie sich historisch betrachtet in Ost und West entwickelt? Wie stellen sich traditionelle 
Genres wie „Porträt“ oder „Landschaft“ in der Gegenwartskunst und der Medienkunst dar? Inwiefern hat sich der Umgang mit der Materialität in der Bildenden Kunst verändert und welche erkenntnistheoretischen
 Schlüsse lässt dieser Wandel zu? Welches Verständnis liegt dem Ausdruck Kuratieren zugrunde? Und wo liegen heute Potenziale von Kollektiv?

Die Begriffe werden in den Vorträgen in ihrem manchmal vergessenen, häufig aber kontroversen Bedeutungsspektrum aus Vergangenheit und Gegenwart vorgestellt und in einem globalen Zusammenhang auf ihre aktuelle Relevanz untersucht. Ziel ist es, mit dieser Vortragsreihe und der sich anschließenden Diskussion eine breite öffentliche Debatte anzuregen.

Vortragsort für die Veranstaltungsreihe im wechselnden Rhythmus ist der neue Hörsaal der HfBK in der Güntzstr. 34. Die Hochschule wurde hiermit auch programmatisch als gemeinsamer Ort der Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen der Kunst ausgewählt. Die Vorträge werden von der Möglichkeit zum Gespräch mit den Referentinnen und Referenten begleitet.

Die Vortragsreihe Kunstbegriffe wurde initiiert vom Kunsthaus Dresden in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V. und der Hochschule für Bildende Künste Dresden sowie dem Kunstfonds des Freistaates Sachsen / Staatliche Kunstsammlungen Dresden.

Verantwortlich für Idee und Konzeption der Reihe: Lydia Hempel (Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V.), Christiane Mennicke-Schwarz (Kunsthaus Dresden – Städtische Galerie für Gegenwartskunst) und Dietmar Rübel (Hochschule für Bildende Künste, Dresden).

Bisherige Veranstaltungen:

20. Mai 2015

Gegenwart

Inka Schube, Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin für Fotografie und Medienkunst am Sprengel Museum Hannover

Inka Schube ist Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin für Fotografie und Medienkunst am Sprengel Museum Hannover. Ab 1987 betreute sie unter anderem die Galerie Berliner Junger Künstler im Haus der Jungen Talente Berlin, heute Podewil. 1990 war sie Mitbegründerin des Kunst- und Kulturzentrums Brotfabrik Berlin e.V.. In ihrer Arbeit mit dem Schwerpunkt Fotografie und Medienkunst setzte sie Mitte der neunziger Jahre Projekte u.a. mit Boris Mikhailov, Nan Goldin und Peter Greenaway, über indische Basarfotografie und die Jugoslawienkriege (‚Heimat’) um. Ihre Projekte in der Fotobiennale Rotterdam sowie Ausstellungen und Publikationen u.a. zum Werk von Martha Rosler, Helga Paris, Heidi Specker, Thomas Ruff und Hans-Peter Feldmann sind wegweisend für die aktuelle Auseinandersetzung mit zeitgenössischer künstlerischer Fotografie.

 

10. April 2014

Erinnerung

Astrid Schmetterling, Goldsmith College, London

Astrid Schmetterling ist Kunsthistorikerin und Kunsttheoretikerin. Sie unterrichtet am Department of Visual Cultures am Goldsmiths College, University of London. Der Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit und Lehrtätigkeit liegt in der Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen Geschichte, Kultur und Erinnerung. Sie veröffentlichte unter anderem eine Monografie über Charlotte Salomon (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, 2001), einen Beitrag zum Katalog der Ausstellung Else Lasker-Schüler Die Bilder (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, 2010), und einen gemeinsamen Band mit Lynn Turner, Visual Cultures As Recollection (Sternberg Press, 2013).

Außerdem ist sie mit einem Aufsatz in dem 2011 zu der Einzelausstellung von Ulrike Grossarth im Kunsthaus Dresden (2010) erschienenen Katalog Stoffe aus Lublin / Bławatne z Lublina (Spectorbooks, 2011) vertreten.

6. November 2012, 19 Uhr

Kollektiv

Petra Lange-Berndt, London

Petra Lange-Berndt lehrt als Lecturer für die Geschichte moderner und zeitgenössischer Kunst am London University College. Zuvor arbeitete Sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten von Trier und Siegen und war Gastkuratorin u.a. an der Hamburger Kunsthalle und der Akademie der Künste zu Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der Relation von Kunst und Biologie sowie Zoologie vom 19. bis zum 21. Jahrhundert, Animal Studies, alternativen Lebensformen und filmischen Experimenten. Zuletzt veröffentlichte sie die Bücher Animal Art. Präparierte Tiere in der Kunst, 1850-2000 (2009) und als Mitherausgeberin Sigmar Polke: We Pretty Bourgeois! Comrades and Contemporaries (2011). Zudem betreibt sie den Blog Preserved!, eine Sammlung von bemerkenswerten sowie kuriosen Präparaten und künstlerischen Interventionen in historische Sammlungen.

20. Juni 2012, 19 Uhr

Affekt

Sabeth Buchmann, Wien

Sabeth Buchmann ist Professorin für Kunst der Moderne und Nachmoderne an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, sowie Kunstkritikerin. Sie schreibt regelmäßig Beiträge und Sammelbände, ist Beiratsmitglied der Zeitschrift Texte zur Kunst und Mitherausgeberin von Exhibition Histories (London). Zusammen mit Helmut Draxler, Clemens Krümmel und Susanne Leeb gibt sie Polypen – eine Buchreihe zur Kunstkritik und politischer Theorie heraus. Zu ihren Publikationen gehören Film, Avantgarde, Biopolitik (2009), Denken gegen das Denken. Produktion – Technologie – Subjektivität bei Sol LeWitt, Hélio Oiticica und Yvonne Rainer (2007), Art After Conceptual Art (2006), Wenn sonst nichts klappt: Wiederholung wiederholen in Kunst, Popkultur, Film, Musik, Alltag, Theorie und Praxis (2005).

2. Mai 2012, 19 Uhr

Kuratieren

Wolfgang Kemp, Hamburg

Wolfgang Kemp [*1946] ist Senior-Professor für Kunstgeschichte an der Leuphana Universität zu Lüneburg und freier Autor. Zuvor lehrte er als Professor für Kunstgeschichte an der Kunsthochschule Kassel, der Philipps-Universität Marburg und der Universität Hamburg. Er hatte mehrere Gastprofessuren inne, so an der Harvard University, der UCLA, am Wissenschaftskolleg zu Berlin und am Getty Research Center in Los Angeles. Zu seinen zahlreichen Bücher gehören Die Räume der Maler (München 1996); Hokusais 100 Ansichten des Fuji (Berlin 2006); Architektur analysieren (München 2009); Foreign Affairs (München 2010) und eine Geschichte der Fotografie (München 2011) sowie der Prosaband Vertraulicher Bericht über den Verkauf einer Kommode und andere Kunstgeschichten (München 2002).

25. Januar 2012, 19 Uhr

Medienkunst

Barbara Engelbach, Köln

Barbara Engelbach [*1962] ist als Kuratorin am Museum Ludwig in Köln verantwortlich für die Sammlungen zur zeitgenössischen Kunst, Fotografie und Medienkunst. Zuvor arbeitete sie an der Universität Bremen, war Mitarbeiterin für die Skulptur Projekte Münster 1997 und leitete das Museum für Gegenwartskunst in Siegen. Sie kuratierte Einzelausstellungen u.a. zu Rosemarie Trockel (2005), Ed Ruschas fotografischem Werk (2006), Manfred Pernice (2007) und Jonas Mekas (2009) sowie Gruppenausstellungen zu Fotografie (What does the Jellyfish want? 2007), Video und Film (Bilder in Bewegung 2010) und der Intermedialität der Künste an der Westküste der USA (Looking for Mushrooms 2008). Zurzeit arbeitet sie an einer Retrospektive und einer Publikation zu Yvonne Rainer.

29. Juni 2011, 19 Uhr

Materialität

Dietmar Rübel, Dresden

Dietmar Rübel lehrt als Professor für Kunstgeschichte und -theorie an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Zuvor arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten von Hamburg und Marburg, war Dozent an den Universitäten von Lüneburg und Dresden sowie Gastkurator, u.a. am Museum für Angewandte Kunst/Gegenwartskunst in Wien, an der Hamburger Kunsthalle und der Akademie der Künste zu Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Relation von Kunsttheorie und künstlerischer Praxis vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Zuletzt veröffentlichte er als Mitherausgeber folgende Bücher: ‚Die Tücke des Objekts‘ – Vom Umgang mit Dingen (2009), Lexikon des künstlerischen Materials. Werkstoffe der modernen Kunst von Abfall bis Zinn (2010) und Sigmar Polke: We Petty Bourgeois! Comrades and Contemporaries (2011).

4. Mai 2011, 19 Uhr

Porträt

Charlotte Klonk, Berlin

Charlotte Klonk [*1965] lehrt am Institut für Kunstgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuvor arbeitete sie am Museum van Hedendaagse Kunst in Gent, war Lecturer am Department of Art History der University of Warwick und Fellow am Max-Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte sowie am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Bild- und Raumgeschichte der Kunst der Moderne. 1996 veröffentlichte sie Science and the Perception of Nature, 2006 mit Michael Hatt Art History. A Critical Introduction to Its Methods und 2009 Spaces of Experience: Art Gallery Interiors from 1800 – 2000.

20. Januar 2011, 19 Uhr

Publikum

Irit Rogoff, London

PUBLIKUM, das

Irit Rogoff ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. Als Professorin am Department of Visual Cultures des Goldsmith College in London leitet sie dort ebenfalls das PhD-Programm Curatorial Knowledge. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit den Verbindungen von kritischer Theorie und zeitgenössischer Kunst. 1994 veröffentlichte sie Museum Culture: Histories Discourses Spectacles (mit Daniel J. Sherman), im Jahre 2000 Terra Infirma – Geography’s Visual Culture. Zurzeit ist sie Senior Fellow am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie an der Bauhaus Universität Weimar.

10. November 2010, 19 Uhr

Avantgardismus

Friedrich W. Heubach, Köln

Friedrich W. Heubach (*1944 in Nordrach) ist Kunsttheoretiker und Psychologe in Köln. Von 1968 bis 1975 war er der Herausgeber der Zeitschrift Interfunktionen, die sich mit zeitgenössischer Kunst beschäftigte. Die insgesamt 12, von 1968 bis 1975 erschienenen Ausgaben von interfunktionen versammelten eine Fülle von Dokumentationen internationaler Kunstprojekte und Strategien sowie Werke, die von Anfang an als Drucksache konzipiert waren. Darüber hinaus waren es theoretische Essays und Dokumente öffentlicher Debatten um aktuelle kulturpolitische Ereignisse, die das Profil der Zeitschrift als ein Plädoyer für die Kunst der Gegenwart prägten. Zwischen 1969 bis 1971 lehrte Heubach an den Kölner Werkschulen. 1984 erfolgte die Habilitation für das Fach Psychologie. 1985 bis 1989 war er Professor für Psychologie an der Universität zu Köln, 1989 bis 1992 Professor für Psychologie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 1992 bis zu seiner Emeritierung 2008 hatte er den Lehrstuhl für Psychologie/Pädagogik an der Kunstakademie Düsseldorf inne.