Ausstellung

1. Dez 2013 – 5. Mai 2014

Vot ken you mach ?

Ort: Kunsthaus

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  • Rechts: Amit Epstein:
    Rechts: Amit Epstein: "Stockholm Syndrom", 2007-2010 und links: Anna Schapiro "Vier Verwandte", 2013, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Amit Epstein, Videostill aus der Trilogie: Stockholm Syndrom, D/IL, ® Amit Epstein 2010 photo Avi Levin
    Amit Epstein, Videostill aus der Trilogie: Stockholm Syndrom, D/IL, ® Amit Epstein 2010 photo Avi Levin
  • Vorn: Claire Waffel:
    Vorn: Claire Waffel: "Interior Curtain", 2013, hinten: Anna Schapiro "Vier Verwandte", 2013, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Nikola Radić Lucati und Rafał Jakubowicz:
    Nikola Radić Lucati und Rafał Jakubowicz: "Das Seine - Forschungsprojekt", 2011, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Superyoutour Dinovitz/Lebert:
    Superyoutour Dinovitz/Lebert: "The night when Faust went kosher", Live Web Performance. Foto: David Brandt
  • Arbeiten von Krystyna Piotrowska, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
    Arbeiten von Krystyna Piotrowska, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Sharone Lifschitz: aus:
    Sharone Lifschitz: aus: "Speaking Germany", seit 2008, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Karolina Freino und James Muriuki:
    Karolina Freino und James Muriuki: "Kenyan Pyramids", 2011, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Eduard Freidmann:
    Eduard Freidmann: "The White Elephant Archive. Setting No. 2", 2013, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Eduard Freidmann: The White Elephant Archive, Videoinstallation, 2013
    Eduard Freidmann: The White Elephant Archive, Videoinstallation, 2013
  • Barak Reiser:
    Barak Reiser: "Tzel", 2013, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Shira Wachsmann:
    Shira Wachsmann: "Kohle", 2013, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Tamara Moyzes:
    Tamara Moyzes: "Prague 7", 2012, Installationsansicht, Foto: David Brandt
  • Claire Waffel:
    Claire Waffel: "Interior Curtain", 2013 und "Die Rede", 2013, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Nikola Radić Lucati:
    Nikola Radić Lucati: "The fever (numismatic value)", 2013, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Tal Sterngast:
    Tal Sterngast: "Let's Talk About Children", 2007, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Tal Sterngast, Let's Talk About Children, 2007. Zweikanalvideoinstallation, 8 min
    Tal Sterngast, Let's Talk About Children, 2007. Zweikanalvideoinstallation, 8 min
  • Arye Wachsmuth:
    Arye Wachsmuth: "Shever", 2013, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Arye Wachsmuth:
    Arye Wachsmuth: "Shever", 2013, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Arye Wachsmuth:
    Arye Wachsmuth: "Shlavim", 2013, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Eran Schaerf in Zusammenarbeit mit Ofri Lapid:
    Eran Schaerf in Zusammenarbeit mit Ofri Lapid: "Doing Synagoga", 2013, Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Links:  Tehnica Schweiz - Gergely László & Péter Rákosi:
    Links: Tehnica Schweiz - Gergely László & Péter Rákosi: "The Idol of Denial", 2013, rechts: Claire Waffel: "Die Rede", 2013 Ausstellungsansicht, Foto: David Brandt
  • Entartete Kunst Lebt (Degenerate Art Lives), 2010, Film- und Klanginstallation (16mm, 5 min. Loop)
Courtesy Annet Gelink Gallery, Amsterdam
    Entartete Kunst Lebt (Degenerate Art Lives), 2010, Film- und Klanginstallation (16mm, 5 min. Loop) Courtesy Annet Gelink Gallery, Amsterdam
  • Maya Schweizer, I, an archeologist,  2013, Videostill
    Maya Schweizer, I, an archeologist, 2013, Videostill
  • Ruth Novaczek: Still aus
    Ruth Novaczek: Still aus "Radio", 2004-2011

  • vimeo.com/86777374

Kunst, Filme, Konzerte, Lesungen, Gespräche, Comics zu jüdischen Identitäten in Europa heute

Yael Bartana (Amsterdam/Tel Aviv/Berlin), Amit Epstein (Berlin), Karolina Freino (Wrocław) mit James Muriuki (Nairobi), Eduard Freidmann (Wien), Rafał Jakubowicz (Poznan), Sharone Lifschitz (London), Tamara Moyzes (Prag), Ruth Novaczek (London), Krystyna Piotrowska (Warschau), Nikola Radić Lucati (Tel Aviv/Belgrad), Barak Reiser (Frankfurt a. M.), Eran Schaerf (Berlin), Anna Schapiro (Dresden), Maya Schweizer (Berlin/Rom), Tehnica Schweiz Gergely László & Péter Rákosi (Berlin/Budapest), Tal Sterngast (Berlin), Shira Wachsmann (Berlin), Arye Wachsmuth (Wien), Claire Waffel (Berlin) Kuratorisches Team: Christiane Mennicke-Schwarz (Dresden), Dorota Monkiewicz (Wrocław), Valentina Marcenaro (Dresden), Rafał Jakubowicz (Poznan)

Wer bin ich? Eine Frage, auf die jeder Mensch je nach Situation eine Vielzahl von Antworten hat. In den 1920er Jahren schrieb der Sänger Aaron Lebedeff ein Lied, dass die rasanten kulturellen Veränderungen beschrieb, die in New York resultierend aus einer Einwanderungswelle zu einer neuen Kultur und Sprache führten. In der Sprache dieses Songs findet sich das amerikanische Englisch der neuen Heimat mit Spuren des Jiddischen aus der alten Heimat wieder. Vot ken you mach? Was ist zu tun? besingt einen aus heutiger Sicht sehr zeitgemäßen Zustand, das Bewusstsein, dass Identität mit Veränderung einhergehen muss, um lebendig zu sein ist das Thema. In der Ausstellung Vot ken you mach, ausgerichtet vom Kunsthaus Dresden gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde einer Vielzahl weiterer Partner in der Stadt, zeigen junge wie auch namhafte Künstlerinnen und Künstlern aus London, Prag, Warschau, Wroclaw, Belgrad, Budapest und Berlin heutige Perspektiven auf die Frage nach Identität in Europa.

Identität als Prozess

Mit erstaunlichem Mut und Leichtigkeit gehen die Künstlerinnen dabei auch auf die Befangenheit und die Tabus ein, die auch in der dritten Generation nach der Schoa vorhanden sind. Dabei führt die Auseinandersetzung mit dem Schweigen, den fehlenden Orten wie auch den ‚missing links’ einer jüdisch-europäischen Geschichte zu einer Vielfalt an künstlerischen Formen. Richtungweisend ist hierbei die Auseinandersetzung mit Geschichte und Geschichten, also mit historischen wie auch persönlichen Narrativen. Amit Epsteins filmisch-musikalische Revue ‚Stockholm-Syndrom’ beschreibt eindringlich die europäische Identität, die er durch seine Großmutter vermittelt bekommt, seine Rückkehr nach Deutschland wie auch den Alltag, in dem er der unversehens der Geschichte begegnet. Auch die in London lebende Künstlerin Sharone Lifschitz veranschaulicht das dialogische Prinzip von Identität: Indem sie in deutschen Zeitungen eine Anzeige schaltet mit dem Wortlaut: “Young Jewish woman visiting Germany would like to have a conversation about nothing in particular with anyone reading this” (Junge jüdische Frau, die Deutschland besucht, hätte gern ein Gespräch über nichts Besonderes mit jemandem, der dies liest.) eröffnet Lifschitz einen künstlerischen Raum für den Austausch, der weniger auf Antworten als auf eine Fortsetzung im gesellschaftlichen Diskurs gerichtet ist.

Auf- und Entdecken von Geschichte/n

Die Frage nach jüdischer Geschichte und Gegenwart führt auch in die Kunstgeschichte als gemeinsames europäisches Erbe; Gergely László & Péter Rákosi aus Budapest und Berlin bringen eine Replik von Michelangelos Moses, für Freuds Thesen zur Religion eine wichtige Inspirationsquelle war und nun unter anderem in der ungarischen Provinz schlummert, im wahrsten Sinne des Wortes zum Sprechen. Auch Yael Bartana, die mit ihren Arbeiten in den letzten Jahren international mehrfach heftige Kontroversen ausgelöst hat, spielt in ihrer Arbeit im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr ebenfalls darauf an, dass Kunstgeschichte und gesellschaftliche Entwicklung sich nicht abgeschlossene Kapitel verwandeln lassen. Die ‚Kriegskrüppel’ von Otto Dix, die im Zuge der in Dresden erstmals inszenierten Diffamierungskampagnen der kritischen Avantgarde als ‚Entarte Kunst’ verschollen sind, marschieren hier erneut, vielleicht um uns in Erinnerung zu rufen, dass mit den Geistern der Vergangenheit im positiven wie im negativen Sinne stets ein bewusster Umgang gepflegt werden muss. Vot ken you mach? Konzerte, Filme, Gespräche, Performances und weitere Ausstellungen bieten Einblicke zu Fragen von Kunst und (jüdischer) Identität: Strategien der Identitätsverschiebung in der Popkultur, neue Szenen jüdischer Kultur in Osteuropa, Familiengeheimnisse und das Schweigen zwischen den Generationen, Gedenken als Verpflichtung, die ungeschriebene Kulturgeschichte jüdischer Rache und die Suche nach einem ‚normalen’ jüdischen Alltag sind hier thematische Schwerpunkte.

Veranstaltungen:

  • Party

    Ort: Scheune

    Do, 1. Jan 1970, 23:00

    Meschugge Party Berlin: HANUKKAH VS. CHRISTMAS

    Mit Aviv Netter, alias DJ Aviv without the Tel kommt die berühmte deutsch-jüdische queere Berliner Meschugge-Party nach Dresden und bringt deutsch-israelischen Dancefloor in die Scheune.

  • Ausstellung

    Ort: Kunsthaus

    Do, 1. Jan 1970, 16:00

    Eröffnung

    16 Uhr: Begrüßung: Dr. Ralf Lunau, Beigeordneter für Kultur Zum Geleit: Alexander Nachama, Rabbiner, Jüdische Gemeinde Dresden Grußwort: Dorota Monkiewicz, Muzeum Współczesne, Wrocław Ofrin (Solo) 17 Uhr: Eröffnung: Olga Mannheimer, München Einführung: Christiane Mennicke-Schwarz & Valentina Marcenaro 18 Uhr: Ofrin (Solo)

  • Konzert

    Ort: Kunsthaus

    Do, 1. Jan 1970, 18:00

    Konzert: Ofrin

    In den Konzerten der israelischen Sängerin Ofrin trifft theatrale Performance auf Projektionskunst und elektronische Musik auf handgemachten Akustikpop. Aus ihren Stücken schimmern tranceartige Stammesmusiken ebenso hervor wie virtuelle Klangwelten, wie sie nur dem urbanen Raum einer Weltstadt wie Tel Aviv oder Berlin entspringen können. Ofrins neuestes Projekt feierte auf dem renommierten slowakischen POHODA Festival Premiere, neben Superstars wie Portishead, M.I.A. und Junip. Ihre experimentellen Klänge versprechen ein einmaliges Konzerterlebnis! Auf dem neuen Album “The Bringer”, welches im April 2013 erscheint, arbeitet Ofrin erstmals Solo.

  • Ausstellung

    Ort: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

    Do, 1. Jan 1970

    Das Kunsthaus Dresden zu Gast im MHM: „Entartete Kunst Lebt“ von Yael Bartana (2010)

    Die 16 mm-Film- und Klanginstallation der israelischen, in Berlin und Amsterdam lebenden Künstlerin Yael Bartana erweckt ein zentrales Werk von Otto Dix zu neuem Leben, das zugleich mit der Dresdner Kunstgeschichte verbunden ist, die aktuell mit der wiederaufgteauchten Sammlung Gurlitt diskutiert wird: „Kriegskrüppel“ (1920). In der ersten Dada-Ausstellung in Berlin gezeigt, ging es durch eine Schenkung in die Sammlung des Stadtmuseums Dresden ein. 1933 wurde das Werk in der ersten Ausstellung „Entartete Kunst“ in Dresden als Beispiel der diffamierten modernen Großstadtkunst gezeigt. Die künstlerische Arbeit „Entartete Kunst Lebt“ (Degenerate Art Lives) ist ein Akt der Wiederherstellung des zerstörten Werkes von Dix wie auch seiner Kritik an Nationalismus und falschem Heldentum, damals vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges. Das Werk ist Teil der Ausstellung „Vot ken you mach?“

  • Film

    Ort: Technische Sammlungen

    Do, 1. Jan 1970, 20 Uhr

    Film: Ferner Schöner Schein (It Looks Pretty from a Distance / Z daleka widok jest piękny)

    “Z daleka widok jest piekny” (It looks pretty from a distance) ist der erste Langfilm von Wilhelm Sasnal und seiner Ehefrau Anka Sasnal. Der Film, der das Leben in der polnischen Provinz skizziert, wurde in Wroclaw auf dem New Horizons Film Festival bereits als bester neuer polnischer Film ausgezeichnet. Mit malerischen Bildern und einer Erzählweise, die kaum Dialoge oder einer konkreten Narration bedarf, setzt der Film ein polnisches Dorf in den Mittelpunkt, welches kurz vor dem Zerfall steht. Hass, Angst, Verzweiflung und unerreichte Sehnsüchte drohen den Schein und damit die fragile Sozialstruktur des Dorfes zu durchbrechen. Am Freitag beginnt die Filmreihe um 19:30 Uhr mit einer Einführung von Frau Dr. Annette Teufel

    (Dozentin für Neuere deutsche Literatur und Kulturgeschichte, TU – Dresden )

  • Gespräch

    Ort: Jüdische Gemeinde

    Do, 1. Jan 1970, 17 Uhr

    Normal Jüdisch?

    Elke R. Steiner (Comicautorin, Berlin), Galina Putjata (Sprachwissenschaftlerin, Dresden, Mitglied der Jüdischen Gemeinde zu Dresden und Portraitierte von Elke R. Steiner) und Viola Roggenkamp (Autorin, Hamburg); Moderation Valentina Marcenaro (Co-Kuratorin „Vot ken you mach“)

    Zur Eröffnung der Ausstellung Dresden 5774 von Elke R. Steiner findet eine Lesung und Diskussion zum Thema „Normal jüdisch?“ mit der Autorin Viola Roggenkamp und der von Elke R. Steiner porträtierten Sprachwissenschaftlerin Dr. des. Galina Putjata, moderiert durch Valentina Marcenaro (Jüdische Gemeinde zu Dresden) statt.  Die Hamburger Autorin Viola Roggenkamp liest aus ihrem 2009 erschienenen Roman Die Frau im Turm, in welchem sie das Verbannungsschicksal der  berühmten Gräfin Cosel mit der Lebensgeschichte  einer jungen jüdischen Frau auf der Suche nach ihrem Vater in der Nachwendezeit in Dresden und Berlin verwebt. Mit dem jüdischen Vater und deutsche Kommunist in der DDR, den die Tochter im Verlauf des Romans findet, und der als Concierge im Taschenbergpalais arbeitet, gewinnt der der Roman eine weitere Facette der Widersprüchlichkeiten des Lebens und den Verstrickungen der deutsch-deutsch-jüdischen wie auch israelischen Geschichte (Die Frau im Turm, Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009). Viola Roggenkamp, geboren 1948, legte mehrere wichtige Romane zu jüdischer Identität in Deutschland vor, unter anderem Familienleben. Ein Roman (2004), Tochter und Vater (2011) und Erika Mann. Eine jüdische Tochter (2005).

     

    Normal Jüdisch ? – kann es das in Deutschland überhaupt geben? Auch in der dritten Generation nach der Schoah sind in Deutschland die Muster der Verarbeitung zwischen Befangenheit, Kompensation und Trauma präsent – und dennoch gibt es auch einen ganz ‘normalen’ Alltag, ein Familienleben. Zugleich gibt es eine Vielzahl an  individuellen Auffassungen und Lebensweisen des Jüdischseins. Wie ist man in welcher Situation ‘jüdisch?’, kann und möchte jede/ r einzelne die jüdische Identität überhaupt thematisieren? Wie reagieren Menschen im gesellschaftlichen Umfeld darauf, wenn sie erfahren, dass jemand jüdisch ist? Im Gespräch kommen mit Viola Roggenkamp, als Vertreterin der zweiten Generation jüdischer Identität in Deutschland und Galina Putjata wie auch Valentina Marcenaro Vertreterinnen der dritten Generation zusammen, die jeweils ihre eigene Familiengeschichten und Herkünfte mitbringen. Das Gespräch wurde angeregt von Valentina Marcenaro als Mitinitiatorin des Projektes Vot ken you mach?, um  unterschiedliche Erfahrungen, Sehnsucht nach Normalität und zugleich einer lebendigen Identitätsform des Jüdischseins jenseits von Gedenkdiskursen Ausdruck zu verleihen.

     

    Im Anschluss an das Gespräch wird der Film Jew.De.Ru. (Dokumentarfilm, Regie: Tanja Grinberg, D 2010, 51 min) gezeigt.  Mit dem Wort Jude assoziieren Deutsche meist nur Hitler und Holocaust. Die Zahl der in Deutschland lebenden Juden geht bei Nachfragen immer in die Millionen. Was ein Kontingentflüchtling ist, weiß niemand. Tanja Grinbergs hochinformativer Dokumentarfilm über Ilia, Swetlana und Lena, die als Kinder und Jugendliche aus der ehemaligen Sowjetunion als sogenannte Kontingentflüchtlinge nach Deutschland beschreibt drei Lebensgeschichten und drei jüdische Identitätsauffassungen, die in der zweiten Heimat möglich wurden. Die Generation ihrer Eltern dagegen, fremdelt mit Deutschland bis heute. Nicht umsonst hat die junge Filmemacherin ihr Werk ihren Eltern gewidmet: „die ihre Welt aufgaben, um mir eine bessere zu schenken“.

  • Ausstellung

    Ort: Jüdische Gemeinde

    Do, 1. Jan 1970, 17 Uhr

    DRESDEN 5774

    Mit Dresden 5774  eröffnet in der Jüdischen Gemeinde eine Ausstellung von Comicerzählungen der Berliner Comiczeichnerin  Elke R. Steiner, die eigens für Vot ken you mach? entstanden sind.  Vier Dresdnerinnen und Dresdner, geboren in der ehemaligen Sowjetunion, erzählen ihre Geschichte.  Die Comicstrips lassen die unterschiedlichen Persönlichkeiten verschiedener Generationen anschaulich werden, in denen jenseits der Frage nach dem Jüdischsein  eine ganze Reihe anderer Faktoren eine Rolle spielen, die Forschungsgebiete einer Sprachwissenschaftlerin, der Umgang mit Lampenfieber einer Musikerin und andere alltägliche Beobachtungen des Lebens in Dresden.

    Öffnungszeiten

    Sonntag bis Donnerstag von 12-18 Uhr

  • Film

    Ort: Jüdische Gemeinde

    Do, 1. Jan 1970

    Film: Jew.De.Ru.

    Mit dem Wort Jude assoziieren Deutsche meist nur Hitler und Holocaust. Die Zahl der in Deutschland lebenden Juden geht bei Nachfragen immer in die Millionen. Was ein Kontingentflüchtling ist, weiß niemand. So beginnt Tanja Grinbergs hochinformativer Dokumentarfilm über Ilia, Swetlana und Lena, die als Kinder und Jugendliche aus der ehemaligen Sowjetunion als sogenannte Kontingentflüchtlinge nach Deutschland kamen. Alle drei haben sich heute eingelebt und fanden in der zweiten Heimat mehr zu ihrer jüdischen Identität und Kultur als in ihrer Kindheit in der Sowjetunion. Die Generation ihrer Eltern dagegen, fremdelt mit Deutschland bis heute. Nicht umsonst hat die junge Filmemacherin ihr Werk ihren Eltern gewidmet: „die ihre Welt aufgaben, um mir eine bessere zu schenken“. (Dokumentarfilm, Regie: Tanja Grinberg, D 2010, 51 min)

  • Ausstellung

    Ort: Kunstfoyer, Kulturrathaus

    Do, 1. Jan 1970, 19 Uhr

    Luftmenschen - Zwischen Algier und Odessa unterwegs in den Bildwelten des französischen Comic-Zeichners Joann Sfar

    Eine Ausstellung des Kunsthaus Dresden in Kooperation mit dem Institut français in Dresden und dem Kulturamt der Landeshauptstadt Dresden im Rahmendes Projektes Vot ken you mach? mit Arbeiten des berühmten französischen Comic-Zeichners Joann Sfar.

    „Es ist nicht meine Aufgabe, die Dinge so darzustellen, wie sie sind“, sagt einer der Protagonisten in Joann Sfars Comic Die Katze des Rabbiners und bringt damit das künstlerische Konzept des französischen Comiczeichners, Autors und Regisseurs auf den Punkt. Die Magie einer Zeit, einer Stadt oder einer Kultur einzufangen ist Sfar wichtiger als eine detailgetreue Abbildung historischer Tatsachen – dennoch schafft er es in seinen atemberaubend zeitgenössischen Werken, den Lesern über die Comics einen tiefen Einblick in die jüdischen Lebenswelten zwischen dem osteuropäischen Schtetl und der nordafrikanischen Wüste zu vermitteln.

    Einer seiner Einflüsse sind die Bildwelten Marc Chagalls und so verwundert es nicht, dass auch das Werk Joann Sfars bevölkert ist von fliegenden Menschen, Juden, die der wiederholten gewaltsamen historischen Entwurzelung ein positives Modell gegenüber stellen und sich im wörtlichen Sinne von allen Zwängen zu lösen. Die Metapher des Luftmenschen, die Sfar in seine Bilder überführt, entstand im 19. Jahrhundert und umfasst viele Bedeutungen: von der Selbstbeschreibung einer prekären ökonomischen Situation bis hin zum antisemitischen Vorwurf der Wurzellosigkeit, die das Schlagwort der unter Stalin initiierten antizionistischen und antijüdischen Kampagne von 1948 bis 1953 (Wurzellose Kosmopoliten) bildete. In dem Bild der Wurzellosigkeit steckt jenseits der Verzweiflung auch die Hoffnung auf die Änderung der Zustände – die Hoffnung, der Verfolgung und Vertreibung  durch ein Wunder oder einen Zufall zu entkommen. Das Schweben, Nicht-Verwurzeltsein birgt die Möglichkeit einer Unabhängigkeit von religiösen wie gesellschaftlichen Zwängen und die mindestens erzählerische Errettung der vom deutschen Nationalsozialismus zerstörten jüdischen Lebenswelten durch ihre Überführung in den Comic.

    Der 1971 in Nizza geborene Joann Sfar hat zunächst Philosophie und danach Kunst studiert, und in nur wenigen Jahren ein kaum mehr überschaubares Werk veröffentlicht, das eines verbindet: die intensive Auseinandersetzung mit historischen jüdischen Lebensweisen in Osteuropa und deren konsequenterweise hybride Vermengung mit einer gegenwärtigen Fassung jüdischer Identitäten und – dies ist vielleicht am wichtigsten – eines utopischen Möglichkeitsraumes dessen, was eine solche nicht an Territorien gebundene Identität sein könnte – Luftmenschen im besten Sinne!

    Sfars Comics sind bevölkert von Golems, Dibbuks und anderen Figuren der jüdischen Tradition. Neben Porträts jüdischer Künstler wie Chagall oder Pascin, hat er sich in Klezmer dem osteuropäischen und in Die Katze des Rabbiners dem nordafrikanischen Judentum angenähert. Diese beiden Perspektiven bestimmen auch die Biographie Sfars: die eine Hälfte seiner Familie stammt aus der heutigen Ukraine, während der andere Teil einen nordafrikanischen Hintergrund hat.

    Insbesondere die Comicgeschichte Die Katze des Rabbiners um eine sprechende Katze, die sich mit dem Rabbi über religiöse und philosophische Fragen streitet, begründete seinen Ruf, einer der innovativsten und spannendsten französischen Comiczeichner seiner Generation zu sein – und einer der erfolgreichsten: Die Alben haben sich in Frankreich weit über eine Million Mal verkauft und auch die von Sfar selber realisierte Kinoversion fand ein großes Publikum. In Deutschland ist Joann Sfars Werk, das sich durch alle Genres und Stile bewegt, noch zu entdecken: zwischen Phantastischer Literatur und Philosophie, Geschichtscomic und surrealen Welten, Kindercomics und Vampirgeschichten, Aquarelltönen und kargem schwarz-weiß, mit schnellen Strichen gezeichneten Seiten und detailreichen Porträts gibt es kaum etwas, das Sfar nicht beherrscht.

    Die Ausstellung wurde konzipiert von Jonas Engelmann und Christoph Rodde:

    Jonas Engelmann ist unter anderem Autor der Dissertation „Gerahmter Diskurs. 
Gesellschaftsbilder im Independent-Comic“ (Ventil Verlag 2013) und Organisator des jüdischen Kulturfestivals „Hip im Exil. Facetten des Judentums“ in Mainz seit 2012. In seinem Buch »Gerahmter Diskurs« führt Jonas Engelmann in die Entstehung, die Ästhetik und die Theorie unabhängiger Comicproduktion ein, wirft einen Blick auf avantgardistische Comic-Experimente in Südafrika und Frankreich und die Geschichte des jüdischen Comics. Christoph Rodde ist Künstler und Initiator zahlreicher künstlerischer Projekte in Dresden, seine intensive Auseinandersetzung mit dem Medium Zeichnung hat zu einer Vielzahl an Ausstellungen in Dresden geführt.

    Die Ausstellung wurde mit der Unterstützung von Johann Ulrich und des AVANT Verlags realisiert.

  • Ausstellung

    Ort: Kunsthaus

    Do, 1. Jan 1970, 21 Uhr

    Wurzellose Kosmopoliten - Comics zu jüdischen Identitäten in Europa, USA und Israel

    Im Rahmen von Vot ken you mach? hat Jonas Engelmann, freier Autor und Comicexperte in Wiesbaden, eine Ausstellung unter dem Titel Wurzellose Kosmopoliten. Comics zu jüdischen Identitäten in Europa, USA und Israel zusammengestellt, die ab dem 22.Januar im Foyer des Kunsthaus Dresden zu sehen ist.

    Die Lounge umfasst dreißig Bände verschiedener Autor/innen aus Europa, den USA und Israel, die Gestaltung erfolgte in Zusammenarbeit mit WILDSMILE-Studios Dresden.

    Die Comic-Legende Will Eisner hat in einer Rede einmal bemerkt, er sei zum Comiczeichnen gekommen, da jüdische Immigranten in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Amerika nur wenige Möglichkeiten hatten, in anderen künstlerischen Bereichen unterzukommen.

    Und tatsächlich ist der Comic in Amerika wie kaum ein anderes Medium von Beginn an stark durch jüdische Immigranten geprägt, die an der amerikanischen Ostküste ansässig waren. Bereits in den Comics früher Zeichner wie Milt Gross finden sich Reflexionen zur Immigrationssituation der jüdischen Bevölkerung Amerikas wieder, ihrer Versuche, sich in die amerikanische Gesellschaft zu integrieren.

    Aspekte dieser frühen Verbindung jüdischer Identität in der Neuen Welt mit dem Medium Comic finden sich auch in der Gegenwart wieder; die von Jonas Engelmann kuratierte Comic-Ausstellung Wurzellose Kosmopoliten. Comics zu jüdischen Identitäten in Europa, USA und Israel bildet diesen Zusammenhang mit Arbeiten zu jüdischen (Migrations-)Spuren in Amerika ab: Graphic Novels von Künstlern wie Leela Corman, James Sturm oder Will Eisner lassen hier die die Zerrissenheit jüdischen Lebens zwischen der Erinnerung ans osteuropäische Schtetl und der Realität der Neuen Welt sichtbar werden. Insbesondere Will Eisner hat in seinen Arbeiten über New York aus einer jüdischen Perspektive Schlaglichter auf die Lebensumstände der Migranten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geworfen, ebenso wie Ben Katchor einige Jahrzehnte später in The Jew of New York ein fiktives jüdisches New York im 19. Jahrhundert beschreibt.

    Auch Figuren und Themen der jüdischen Kulturgeschichte erlebten in den letzten zwanzig Jahren eine Renaissance im Comic; eine Bezugnahme auf jüdische Traditionen im Schatten von Auschwitz. Jüdisches Leben in Europa vor 1933 ist daher ein zweiter Schwerpunkt der Ausstellung. Sei es die jüdische Mystik wie in Dino Battaglias Golem, die jüdische Kulturgeschichte wie in David Zane Mairowitz’ und Robert Crumbs Kafka oder osteuropäisches Alltagsleben wie in James Sturms Markttag und Sammy Harkhams Everything Together: der Blick auf die Vergangenheit vor der Shoah nimmt in Comics der letzten Jahre einen immer größeren Raum ein.

  • Film

    Ort: Technische Sammlungen

    Do, 1. Jan 1970, 20 Uhr

    Film: Die Katze des Rabbiners

    Algier in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts: Rabbi Sfar (Maurice Bénichou) hat eine ganze Reihe von Problemen zu bewältigen. Seine wunderschöne Tochter Zlabya (Hafsia Herzi) kommt in die Pubertät und seine Papageien-mordende Katze (François Morel) hat gerade mit dem Sprechen angefangen. Da braucht er eigentlich kein Abenteuer, das sein Leben völlig verändert. Aber dann taucht auch noch eine Lieferkiste aus Russland auf, in der sich ein halb toter Maler befindet. Der Mann ist aus Russland geflohen, um der Judenverfolgung zu entkommen. Außerdem ist er davon besessen, einen verschollenen Stamm und eine mythische Stadt in Afrika zu entdecken. Bei der Suche nimmt er den Rabbi, dessen Katze, einen weisen arabischen Scheich (Mohamed Fellag) und einen exzentrischen russischen Millionär gleich mit. Originalfassung mit englischen Untertiteln.

     

    Am Freitag:

    Einführung von Birte Pietsch (Studentin der Neueren deutschen Literatur und Kulturgeschichte, TU – Dresden)

  • Ausstellung

    Ort: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

    Do, 1. Jan 1970

    Sonderausstellung im MHM Dresden: „Schuhe von Toten - Dresden und die Shoa“ mit „Gloomy Sabbath“ von Amit Epstein

    „Auf leeren Plätzen,/ wie mit Spinnweben gefesselt von Draht­netzen,/ wachsen Schuhhaufen, Schuhe von Toten:/ kleine Schuhe, Kinderschuhe, Herrenschuhe, Mädchenschuhe…“

    Diese Zeilen wurden von einem zwölfjährigen Mädchen gedichtet, das im Konzentrationslager Majdanek die Schuhe der Ermordeten sortierte. Die Schuhe der Toten wurden weiterverwendet – auch von Käufern im Deutschen Reich, die über die Herkunft der Ware nichts wissen wollten. Die ehemaligen Besitzer blieben namenlos.

    Das Mädchen wurde ermordet. Sein Gedicht über die „Schuhe von Toten“ blieb jedoch durch die mündliche Überlieferung der Überlebenden von Majdanek erhalten. Während der Vorbereitung zum Majdanek-Prozess in Düsseldorf 1975 wurde das Gedicht erstmals niedergeschrieben.

    Die Sonderausstellung, die das Militärhistorische Museum der Bundeswehr anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Majdanek und des Internationalen Holocaust-Gedenktages (27. Januar) zeigt, rekonstruiert die Biographien und Schicksale von Familien, die einst in Dresden lebten, willkürlich im nationalsozialistischen Deutschland verfolgt und mitten aus dem Leben gerissen wurden. Für die Ausstellung stellten Überlebende und Angehörige der Ermordeten sowie Archive und Museen über 100 Exponate zur Verfügung. Ebenfalls Teil der Ausstellung ist in Kooperation mit dem Kunsthaus Dresden der neue Film „Gloomy Sabbath“ (2013) von Amit Epstein, der das Erbe der Deutschen in der dritten Generation nach der Schoa anhand einer Familiengeschichte behandelt.

    Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden, Helma Orosz. Zur Sonderausstellung „Schuhe von Toten“ erscheint ein ca. 300 Seiten umfassender Katalog beim Sandstein-Verlag, u.a. mit Beiträgen von Thomasz Kranz, Direktor der Gedenkstätte Majdanek in Polen, Ralph Giordano, Hildegard Hamm-Brücher, Hannes Heer und Winfried Nachtwei sowie einem Interview des Chefredakteurs des ZEITmagazins, Christoph Amend, mit Iris Berben. Als Leihgeber unterstützen das Militärhistorische Museum der Bundeswehr u.a. die Gedenkstätten und Museen Majdanek und Auschwitz sowie viele öffentliche und private Leihgeber aus Dresden, Leipzig, Wien, Tel Aviv, Boston, San Francisco, Johannesburg, die Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz, das Deutsche Historische Museum, das Jüdische Museum Berlin, das Bundesarchiv in Berlin sowie das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf und das Leo Baeck Institut in New York.

  • Performance

    Ort: Live Web Übertragung

    Do, 1. Jan 1970, 20 Uhr - 10 Uhr

    THE NIGHT WHEN FAUST WENT KOSHER - eine Web-Performance von SuperYoutour Dinovitz / Lebert

    Eine jüdische Schildkröte und ein zeitgenössischer Faust testen sich selbst. Faust hat eine Mission – sie versucht die schwierigste Frage aller Fragen zu beantworten: Was ist das Judentum? Sie hat eine Nacht um 3000 Jahre Geschichte und Kultur zu studieren. Die jüdische Schildkröte ist skeptisch. Sie ist nicht interessiert. Sie weiß die Antwort. Sie ist überzeugt: nur ein echter Jude kann wissen, was  es bedeutet einer zu  ein. Die Strategie der Schildkröte sei defensiv, nicht offensiv. Sei für alles bereit.

     

    Seit 2013 arbeiten Liron Dinovitz (Choreographin und Tänzerin) und Martina Lebert (Bühnen- und Kostümbildnerin) professionell als künstlerisches Team SuperYoutour Dinovitz / Lebert zusammen. SuperYoutour wird die Nacht vom 3. bis 4. Februar im Kunsthaus Dresden verbringen. Das Publikum kann online an der 14 Stunden Performance teilnehmen. Link: www.kunsthausdresden.de/faustwentkosher

     

    Beginn: 03.02.2014 um 20.00 / Ende: 04.02.2014 um 10.00

  • Film

    Ort: Technische Sammlungen

    Do, 1. Jan 1970, 20 Uhr

    Film: Die Wohnung

    Eine Wohnung in Tel Aviv, ein Stück Berlin mitten in Israel. 70 Jahre lang hat Gerda Tuchler hier mit Ehemann Kurt gelebt, nachdem sie vor dem Holocaust aus Deutschland fliehen mussten. Weggeschmissen haben sie nichts. Als sie mit 98 Jahren stirbt, trifft sich die Familie zur Wohnungsauflösung. Inmitten unzähliger Briefe, Fotos und Dokumente werden Spuren einer unbekannten Vergangenheit entdeckt: Die jüdischen Großeltern waren eng befreundet mit der Familie des SS-Offiziers Leopold von Mildenstein. Filmemacher und Enkel Arnon Goldfinger nimmt zusammen mit seiner Mutter den Kampf auf: mit Wut und Mut gegen die Kisten, den Staub, die Antiquitätenhändler, die Familie, die Vergangenheit und die Gegenwart, Verdrängung und Wahrheit. 97 min, 2011, Israel /Deutschland, deutsche Originalfassung, z.T.d UT

     

    Am Freitag:

    Einführung von Nico Karge (Student der Neueren deutschen Literatur und Kulturgeschichte,TU – Dresden)

  • Gespräch

    Ort: Kunsthaus

    Do, 1. Jan 1970, 18 Uhr

    Echt jüdisch, irgendwie jüdisch, anders jüdisch: Diskussion um jüdische Selbstverständnisse jenseits von Definitionen

    Zu Beginn der Veranstaltung werden Liron Dinovitz und Martina Lebert Ausschnitte  ihrer Web Performance The night when Faust went kosher vorstellen, die in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar im Kunsthaus Dresden zu sehen war (noch im Archiv zu sehen unter www.kunsthausdresden.de/faustwentkosher). Eine jüdische Schildkröte und ein zeitgenössischer Faust testen sich selbst. Faust hat eine Mission – sie versucht die schwierigste Frage aller Fragen zu beantworten: Was ist das Judentum? Sie hat eine Nacht um 3000 Jahre Geschichte und Kultur zu studieren. Die jüdische Schildkröte ist skeptisch. Sie ist nicht interessiert. Sie weiß die Antwort. Sie ist überzeugt: nur ein echter Jude kann wissen, was  es bedeutet einer zu  ein.

     

    Im Anschluss werden mit dem Schriftsteller Vladimir Vertlib (Wien) und der bildenden Künstlerin Claire Waffel (Berlin),   jüdische Selbstverständnisse jenseits tradierter Definitionen diskutiert. Beide thematisieren unklare, scheinbar widersprüchliche Zugehörigkeiten und Selbstbilder in ihren Werken und verbinden gleichzeitig unterschiedliche Zugänge zum Judentum in ihren Biografien. Moderation: Lea Wohl von Haselberg.

     

    Jüdisch ist, wer Kind einer jüdischen Mutter ist oder konvertiert. So die einfache Definition des jüdischen Religionsgesetzes. Aus Sicht der nichtjüdischen deutschen Gesellschaft sind Jüdinnen und Juden oft fremd oder anders. Dass klare Definitionen und Zuschreibungen von außen häufig nicht dem Selbstverständnis von Menschen entsprechen, die sich dank ihrer familiären Herkunft oder ihrer religiösen Überzeugungen als jüdisch verstehen, liegt auf der Hand. Und solche uneindeutigen Zugehörigkeiten und Selbstverständnisse sind bei weitem keine Seltenheit: In Deutschland leben etwa 50 % der Jüdinnen und Juden mit einem nichtjüdischen Partner. Nicht nur, aber vor allem dann, wenn aus diesen Beziehungen Kinder hervorgehen, entstehen ‚gemischte‘ Identitäten, die eindeutige Zugehörigkeiten ebenso in Frage stellen wie beispielsweise Konversionen, die zwar zu einer neuen ‚eindeutigen‘ religiösen Zugehörigkeit führen, welche jedoch gleichzeitig von einer anderen kulturellen und möglicherweise auch religiösen Sozialisation geprägt ist.

  • Film

    Ort: Technische Sammlungen

    Do, 1. Jan 1970, 20 Uhr

    Film: Oma und Bella

    Oma & Bella ist ein Film über zwei jüdische Frauen in Berlin und porträtiert ihre jahrzehntelange Freundschaft: Die beiden teilen nicht nur eine außergewöhnliche Geschichte, sondern halten diese mit Humor und guter jiddischer Küche lebendig. Der Film begleitet die Freundinnen durch ihren Alltag, beobachtet sie bei ihren täglichen Routinen, lauscht ihren Gesprächen über Herkunft, Identität und Erinnerung. Dabei zeichnet er die mutige Entscheidung der beiden Holocaust-Überlebenden nach, Deutschland zur Heimat zu machen, sich und ihr Leben in jüdischer Tradition neu zu erfinden. Der Film illustriert, wie es den zwei Holocaust-Überlebenden gelingt, durch die Zubereitung der Gerichte ihrer Kindheit Tradition lebendig zu halten und Erinnerung zu teilen. Essen, so wird deutlich, bedeutet Erinnern, Lieben und Gegenwart.

     

    Einführung von Studierenden der Neueren deutschen Literatur und Kulturgeschichte, TU – Dresden, anschließende Diskussion.

  • Film

    Ort: Technische Sammlungen

    Do, 1. Jan 1970, 20 Uhr

    Film: Das verrückte Liebesleben des Simon Eskenazy

    Das Leben des Klezmer-Klarinettisten Simon (Antoine de Caunes) ist so bunt wie das Pariser Einwandererviertel, in dem er lebt.Trotz Berufsstress, einer kranken Mutter, die unerwartet bei ihm einquartiert wird, und einem Freund lässt er sich noch auf eine Nacht mit dem jungen Araber Naïm (famos: Mehdi Dehbi) ein. Den will er zwar rasch wieder loswerden, aber Naïm lässt nicht locker, kehrt als bildschöne Aushilfsschwester Habiba zurück in Simons Wohnung und kümmert sich großartig um seine Mutter. Und dann reist auch noch Simons Exfrau (Elsa Zylberstein) mit seinem Sohn Yankele aus New York an. Copyright © Cinema.de. 86 min, 2008, Frankreich

     

    Einführung von Studierenden der Neueren deutschen Literatur und Kulturgeschichte, TU – Dresden, anschließende Diskussion.

  • Gespräch

    Ort: Scheune

    Do, 1. Jan 1970, 20:30 Uhr

    Lost & Found again in Ost - Eine Spurensuche zwischen Subkultur und Judentum in Osteuropa

    Seit einigen Jahren ist vor allem in Polen, allen Klischee-Widerständen zum Trotz, eine neue Welle an jüdischen Sounds zu registrieren, die jenseits von Kroke einen radikaleren, freieren Umgang mit dem jüdischen Musikerbe pflegt, inspiriert auch durch John Zorn und seine Radical Jewish Culture-Bewegung, ohne allerdings auch nur entfernt als Kopie zu erscheinen. Zugleich offeriert das 1988 begründete Jüdische Festival in Krakau, Vorreiter aller Festivitäten dieser Art, zunehmend Raum für derartige Experimente, die sich zwischen Avantgarde und funktionalem Groove abspielen, wobei neben dem sommerlichen Festival auch im dessen Hauptquartier, dem Cheder Café in Kazimierz, eine regelmäßige Konzert-Reihe zum Thema läuft.

    Über diese durchaus nicht nur osteuropäischen Kontexte zwischen Jewishness und Subkultur diskutieren zuerst Alexander Pehlemann vom Zonic, dem “Almanach für Kulturelle Randstandsblicke & Involvierungsmomente” aus Leipzig, dazu der Musiker, DJ und Compiler Yuriy Gurzhy, bekannt als Russendisko-Mitbetreiber, aber auch durch das Emigrantski Raggamuffin Kollektiv Rotfront aus Berlin sowie Olgierd Daktari von der Band Daktari aus Warschau, der zudem in den Projekten Nor Cold und kIRk spielt. Eine mehrmediale Präsentation mit Sounds, Bildern und Filmen, die sicher spannende Einblicke liefert.

     

     

    20.30 Uhr

    Lost & Found again in Ost – Eine Spurensuche zwischen Subkultur und Judentum in Osteuropa mit Alexander Pehlemann (Zonic, Leipzig), Yuriy Gurzhy (Rotfront/Russendisko/Shtetl Superstars, Berlin) und Olgierd Daktari (Daktari/Nor Cold, Warschau)

    Diskussion / Multimediales Gespräch

     

     

    22.00 Uhr

    Konzert mit Daktari (Impro Post Punk meets Jazz´n´Jewishness)

    Die mit Post Punk-Energie sich dem improvisierten Jazz nähernde Band Daktari aus Warschau gehört zu den frischesten Vertretern dieser kleinen Bewegung und wird ausgehend von ihrem Debütalbum “This is the last song I wrote about Jews. Vol. 1.” sicher den Saal rocken.

     

     

    23.00 Uhr

    Shtetl Superstar DJ-Set

    Funky Jewish Sound From Around The World mit Yuriy Gurzhy (RotFront / Russendisko, Berlin)
    Party

    An- und abschließend wird DJ Yuriy Gurzhy eine seiner Shtetl Superstars-Selections auflegen, basierend auf einer jahrelangen Sammelleidenschaft in Sachen tanzbarer zeitgenössischer Sounds mit jüdischem Kontext, die auch den gleichnamigen Sampler beim Label Trikont als Zwischenergebnis brachte. Wer Gurzhys durch die Russendisko geschulte Fähigkeit zum Partyexzess auch nur annähernd kennt, der weiß, dass an diesem Abend das Dresdner Neushtetl beben wird!

  • Konzert

    Ort: Scheune

    Do, 1. Jan 1970, 22 Uhr

    Konzert: Daktari (Impro Post Punk meets Jazz’n’Jewishness)

     

    »Daktari« ist eine vor zwei Jahren gegründete polnische Band aus fünf jungen Musiker, die eine packende Mixtur aus Klezmer-Rock, Patchwork-Jazz und dem legendären polnischen Yass der achtziger Jahre spielen. Inspiriert von so unterschiedlichen Künstlern wie Mogwai, Sonic Youth, Gastr Del Sol, Andrew Hill oder Don Cherry arbeiten ihre Stücke mit jähen Brüchen, integrieren unterschiedliche Spielhaltungen und Traditionen, bewegen sich souverän zwischen intellektuellem Kalkül und spontaner Freiheit.

    Der Daktari-Sound ist eine hörenswerte Fortsetzung dessen, was amerikanische Klezmer-Avantgardisten wie die Klezmatics, Naftule’s Dream oder John Zorn’s Electric Masada auf den Weg gebracht haben.

    Olgierd Dokalski (tp)
    Mateusz Franczak (tsax)
    Miron Grzegorkiewicz (g)
    Maciej Szczepański (b)
    Robert Alabrudziński (dr)

    Zum Weiterhören ist hier die folgende Kompilation zu empfehlen:  http://mulakuz.bandcamp.com/album/mulaku-new-jewish-music-out-of-poland

    Mehr hierzu ist auch ab 20:30 im vorangehenden Gespräch Lost & Found again in Ost – Eine Spurensuche zwischen Subkultur und Judentum in Osteuropa zu erfahren!

  • Party

    Ort: Scheune

    Do, 1. Jan 1970, 23 Uhr

    SHTETL SUPERSTARS DJ-SET

    An- und abschließend an das Programm Lost and Found again in Ost mit Alexander Pehlemann und dem Konzert von Daktari aus Warschau wird DJ Yuriy Gurzhy eine seiner Shtetl Superstars-Selections auflegen, basierend auf einer jahrelangen Sammelleidenschaft in Sachen tanzbarer zeitgenössischer Sounds mit jüdischem Kontext, die auch den gleichnamigen Sampler beim Label Trikont als Zwischenergebnis brachte. Wer Gurzhys durch die Russendisko geschulte Fähigkeit zum Partyexzess auch nur annähernd kennt, der weiß, dass an diesem Abend das Dresdner Neushtetl beben wird!

  • Konzert

    Ort: Kunsthaus

    Do, 1. Jan 1970, 19:30 Uhr

    You can be the Ewiger Jew

    19.30 Uhr

    Gespräch/Diskussion

    „You can be the Ewiger Jew“ mit Caspar Battegay (Zentrum für Jüdische Studien der Universität Basel) und Daniel Kahn (USA/Berlin)

    In Daniel Kahns Universum gibt es Bezüge zur amerikanischen Folk-Tradition, zu Klezmer, zu jiddischen Arbeiterliedern, zur deutschen Romantik, zu Brecht/Weill und, und, und… Dabei ist eines der Zentren dieser vielfältigen Vernetzung die Auseinandersetzung mit jüdischer Identität. Schlagworte wie das anhaltende Gedächtnis an den Holocaust, Zionismus und Post-Zionismus, Diaspora oder Exil prägen diese Auseinansersetzung – doch ist der große Vorteil von Kahns Songs, dass sie vor allem auch Spaß machen. Was bedeutet das Judentum für den in Berlin lebenden amerikanischen Singer/Songwriter? Was bedeutet für ihn Berlin als Ort? Und wie verortet er seine Musik innerhalb einer komplexen Konstellation zwischen den USA, Israel und Deutschland? In einem Gespräch über Popmusik, Politik und das Leben an verschiedenen Orten soll diesen Fragen nachgegangen werden.

    21.30 Uhr

    Konzert mit Daniel Kahn

  • Konzert

    Ort: Kunsthaus

    Do, 1. Jan 1970, 21:30

    Konzert: Daniel Kahn

    Vorverkauf www.saxticket.de und Kunsthaus Dresden per Mail  kunsthaus@dresden.de

    VVK 8 Euro; Abendkasse 10 Euro

  • Konzert

    Ort: Scheune

    Do, 1. Jan 1970, 21 Uhr

    Konzert: Kabbalah

    Kabbalah ist eine Band aus Marseille, die sich aus Musikern unterschiedlichster musikalischer wie kultureller Herkunft zusammensetzt. Diese unterschiedlichen Stile, die jeder mit einbringt, verbinden die Musiker aus St. Petersburg, Kamerun, Berlin, New York und Krakau zu einem einzigartigen Mix, den Stef Galewski selbst als „Yiddish Dada“  bezeichnet.

    Die Songs haben meist  Jiddische Texte, aber auch russische, englische und deutsche Texte kommen vor, heraus kommt, so die Band: „Slam Rock, Yid pop, ein Golem auf dem Kongo Square und vielleicht auch Bikutsi Punk.“

    http://www.kabbalah-music.net

     

    Der Kartenvorverkauf erfolgt über die Scheune.

     

     

    Die Band:

     

     

    Stef Galeski: Oran – Cracovie, Gesang, Banjo , Gitarren, Mandolaute

    Uliphant2000: Brooklyn – Berlin, Blasinstrumente und Schreibmaschinen

    Pat2bass: Douala – Marseille, Bass und „Infravox“

    Anakin Startseva: St Petersburg – Datcha, Streicher, „Bubbles“ und Spieluhren

    Luigi El Gatto: Marseille – Chicago, Schlagzeug und Gläser

  • Film

    Ort: Technische Sammlungen

    Do, 1. Jan 1970, 20 Uhr

    Film: Hannah Arendt

    Als Hannah Arendt (Barbara Sukowa) 1961 in Jerusalem den Gerichtssaal betritt, um für den renommierten The New Yorker den Prozess gegen den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann zu berichten, erwartet sie, auf ein Monster zu treffen. Stattdessen erlebt sie einen Niemand. Die geistlose Mittelmäßigkeit Eichmanns passt nicht zum abgrundtief Bösen seiner Taten. Dieser Widerspruch beschäftigt Hannah Arendt sehr. Zurück in New York liest sie hunderte Prozessakten, recherchiert, diskutiert mit ihrem Mann Heinrich Blüchler (Axel Milberg) und ihren Freunden. Ab Februar 1963 erscheint unter dem Titel “Eichmann in Jerusalem” ihre Artikelserie im The New Yorker. Mit ihrer These von der “Banalität des Bösen” schockiert Arendt die Welt. Die Reaktionen sind verheerend und niederschmetternd. Hannah Arendt wird geächtet, angefeindet, verliert lebenslange Freunde. Das Unverständnis einiger ihrer Freunde trifft sie hart, weniger die Hetzkampagnen, die zahlreiche Medien entfachen. Dennoch bleibt sie konsequent bei ihrer Haltung, sie kämpft und scheut keine Auseinandersetzung, wenn es um für sie so wichtige Themen wie Totalitarismus und Macht geht. Denn sie will verstehen. Auch wenn das bedeutet, “dahin zu denken, wo es weh tut”.

    Deutschland/Frankreich/Israel, 2013, 112 min.

  • Gespräch

    Ort: Kunsthaus

    Do, 1. Jan 1970, 19 Uhr

    Gespräch und Film: Rache

    Tal Sterngast (Künstlerin und Filmemacherin, Berlin) und Manfred Hermes
    (freier Autor, Berlin) sprechen anhand von Filmbeispielen über Bilder
    Jüdischer Rache nach der Shoah.

    In Quentin Tarantinos Film Inglourious Basterds (2009) durfte sich ein
    Massenpublikum an einem imaginären Rachfeldzug gegen Täter der Shoah
    erfreuen.

    Jüdische Rache war seit Anbeginn der künstlerischen Auseinandersetzung
    mit der „Endlösung“ als filmischer Topos präsent, wenn auch nicht in so
    eindeutiger Weise wie in Inglourious Basterds. Wenn nach der Shoah von
    Rache die Rede ist, werden immer auch Fragen von Recht, Gerechtigkeit,
    Widerstand und Vergeltung verhandelt. Zugleich ist der antisemitische
    Mythos der „alttestamentarischen Rache“ präsent. Wie sind Filmemacher
    seit Ende des Zweiten Weltkriegs mit dem Thema ungegangen? Können
    filmische Bilder selbst ein Moment der Rache entfalten?

    In ihren Vorträgen beleuchten Tal Sterngast und Manfred Hermes Facetten
    des Rache-Topos mit Beispielen aus der TV-Serie Twilight Zone und
    Spielfilmen von Artur Brauner, Rainer Werner Fassbinder und Quentin
    Tarantino.

  • Ausstellung

    Ort: S T O R E

    Do, 1. Jan 1970

    Heimweh

    Eröffnung der Ausstellung der Künstlerin Melián:  „Heimweh“ in Kooperation mit dem von Konstanze Schütze und Paul Barsch betriebenen Dresdner Ausstellungsraum  S T O R E.  Die Installation basiert auf Else Lasker-Schülers Gedicht „Heimweh“ und thematisiert Heimat als utopischen Ort.  Das Gedicht von Else Lasker-Schüler ist als Tonspur auf arabisch, deutsch und hebräisch zu hören. Michaela Melián hat zuvor mit ihrer Arbeit zum Displaced Persons Lager Föhrenwald bei München, das zwischen 1946 und 1948 mit ungefähr 5.600 Bewohnern eines der größten DP-Lager in der Amerikanischen Besatzungszone war, eine umfassende künstlerische Aufarbeitung der Geschichte des Lagers und der hier wohnenden Menschen vorgelegt, die 2006 auch auf dem Gelände der Synagoge zu sehen war und einen der wichtigsten deutschen Hörspielpreise bekam.

  • Film

    Ort: Kunsthaus

    Do, 1. Jan 1970, 17 Uhr

    Film: Ellis Island

    Der Film Ellis Island der berühmten Filmemacherin, Choreografin und Avantgardemusikerin Meredith Monk bildet den Auftakt der Veranstaltung Missing Links und erlaubt einen Ausblick auf die historische Vermittlungszone der Migration zwischen Osteuropa und den USA. Dieser Film zeigt imaginäre Menschen und Shtetl-Kulturen auf dem Weg ihres Verlorengehens zwischen USA und Europa. Dieser Experimentalfilm ist ein zugleich musikalisches wie auch choreografisches Werk, er verbindet auf berührende Art Avantgardemusik mit Folkore, Reflexionen über das Regime der Einwanderungsbehörde mit der Überschreibung von Namen durch Geschichte.