Ausstellung

1. Sep – 3. Dez 2017

Das Ereignis eines Fadens

Ort: Kunsthaus

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  • Beduinische Erinnerungsstücke, 2009,
Werkstücke,
Wasserschlauchstücke mit
nachgestelltem Schutz, 25 x 53 cm
Foto: Uwe Walther
© VG Bild-Kunst
    Beduinische Erinnerungsstücke, 2009, Werkstücke, Wasserschlauchstücke mit nachgestelltem Schutz, 25 x 53 cm Foto: Uwe Walther © VG Bild-Kunst
  • Zille Homma Hamid, Loom
Chair, 2013, Baumwollgarn,
Steine, Stuhl, Gusseisen, 82 x 57,5
x 53,5 cm
Baumrinde, 43 x 74 cm
Foto: Uwe Walther
    Zille Homma Hamid, Loom Chair, 2013, Baumwollgarn, Steine, Stuhl, Gusseisen, 82 x 57,5 x 53,5 cm Baumrinde, 43 x 74 cm Foto: Uwe Walther
  • Andreas Exner: Aldi Vorhang / Aldi Curtain, 1999 Foto: Ashley Barbr
    Andreas Exner: Aldi Vorhang / Aldi Curtain, 1999 Foto: Ashley Barbr

Globale Erzählungen im Textilen

Ulla von Brandenburg, Noa Eshkol, Andreas Exner, Uli Fischer, Zille Homma Hamid, Heide Hinrichs, Olaf Holzapfel, Christa Jeitner, Elisa van Joolen & Vincent Vulsma, Eva Meyer & Eran Schaerf, Karen Michelsen Castañon, Judith Raum, Franz Erhard Walther

Verflechtungen vor Ort – Ausstellungen, Performances / Aktionen / Workshops
Christa Jeitner, Constanze Nowak, Anette Rose, Anna Schapiro/ Theresa Schnell, Lara Schnitger, Raul Walch

Im Mittelpunkt der neuen ifa-Tourneeausstellung steht das Textile und die Frage danach, welche Bedeutungen und Botschaften es in sich trägt – welchen kulturellen Stellenwert es besitzt – und wie sich Textiles ›lesen‹ lässt. In Textilien berühren sich Tradition und Gegenwart, Kunst und Kunsthandwerk, treffen lokale Formen des Wissens und globale Beziehungen aufeinander. In ihnen verknüpfen sich persönliche und ästhetische Geschichten mit jenen über die sozialen und ökonomischen Verhältnisse in einer globalisierten Welt. Es gibt kaum eine Region, in der sich das Textile nicht vielschichtig in die Kultur- und Industriegeschichte eingeschrieben hätte. So erzählt ein Stoff auch davon, welche Materialien wann und wo wichtig wurden, wie Techniken und Formen migrierten und sich weiterentwickelten.
Die Ausstellung zeigt den vielschichtigen Umgang der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler mit den Eigenschaften von Gewebe und hebt mit ihrer Auswahl sowohl die transkulturelle Dimension als auch die Verwobenheit des Materials mit zeitgenössischen Fragestellungen. Die Bauhaus-Künstlerin Anni Albers beschrieb 1965 »das Ereignis eines Fadens« als etwas multilineares, ohne Anfang und Ende. Eine Möglichkeit, Beziehungen und Zusammenhänge immer wieder neu zu betrachten und strukturieren zu können. Diesen neu-ordnenden Blick entfalten die in der Ausstellung versammelten Objekte, Installationen und Videoessays. Die Werke zeigen dabei auch immer, wie das Textile mit den unterschiedlichsten Aspekten unseres Lebens verbunden ist.

Der Bauhausraum
Die Künstlerin Judith Raum wurde vom ifa eingeladen, sich mit der Geschichte der historischen Textilwerkstatt am Bauhaus auseinanderzusetzen und sich auf die Suche nach den losen Enden zu machen – sie machte erstaunliche Funde. In neun Kapiteln wird die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte der Weberei veranschaulicht. Dabei sprechen insbesondere die Stoffe selbst: Neu gewebte Annäherungen an Gebrauchsstoffe des Bauhauses können betrachtet und ertastet werden. Sie erzählen davon, wie die einzelnen Weberinnen eine ausgeprägt künstlerische Auffassungs- und Arbeitsweise mit handwerklichem Können verbanden. Konzept: Judith Raum in Zusammenarbeit mit Jakob Kirch, Pascal Storz und den Architekten s.t.i.f.f.

Verflechtungen vor Ort
Die ifa-Ausstellung trifft bei ihrer Premiere in Dresden auf eine lebendige Auseinandersetzung im Umgang mit dem Motiv des Textilen. Sechs Künstler und Künstlerinnen spinnen die Ausstellung in die Textur der Stadt ein und lassen Gemeinsamkeiten lokaler und globaler Traditionen in neuem Licht erscheinen.
Eine Satellitenausstellung sowie Workshops thematisieren die Migration von Wissen durch Weitergabe im Textilen.

Veranstaltungen:

  • Ausstellung

    Ort: Kunsthaus

    Fr, 1. Sep 2017, 19 Uhr

    Eröffnung

    Begrüßung: Christiane Mennicke-Schwarz, Leiterin Kunsthaus Dresden
    Grußwort: Tulga Beyerle, Direktorin des Kunstgewerbemuseums
    Schloss Pillnitz / SKD
    Grußwort: Elke aus dem Moore, Leiterin Abteilung Kunst (ifa)
    Einführung: WelcomingSusanne Weiß und Inka Gressel (ifa), Kuratorinnen

  • Tagung

    Ort: HfBK Dresden Aktsaal, Brühlsche Terrasse 1

    Sa, 2. Sep 2017, 10 -18 Uhr

    Kolloquium

    Am Eröffnungswochenende sprechen die Künstlerinnen und Künstler
    über die Kontexte ihrer ausgestellten Arbeiten. Das Kolloquium beleuchtet die thematischen Zusammenhänge innerhalb der Ausstellung.

    Um Anmeldung unter kunsthaus@dresden.de wird gebeten (bis 31.8.). Die Teilnahme ist kostenlos, Unkostenbeitrag Mittagessen 5,00 Euro.

    In Kooperation mit der HfBK Dresden

    Programm:

    10.30 Uhr Begrüßung
    Elke aus dem Moore und Christiane Mennicke-Schwarz
    10.45 Uhr Widerständige Geschichten
    Ulla von Brandenburg, Karen Michelsen Castañón, Christa Jeitner, Eva Meyer und Eran Schaerf
    12 Uhr Aneignung und Transformation
    Judith Raum, Anette Rose, Elisa van Joolen mit Vincent Vulsma (in engl. Sprache)
    13 Uhr Mittagspause
    14 Uhr Textile Arbeiten in der Diplomausstellung der HfBK
    Dresden. Theresa Schnell, Dominique Hille, Anne Reiter,
    Florian Birk und Irène Mélix. Gespräch und Führung
    mit den Künstlerinnen und Künstlern.
    Moderation: Susanne Greinke, Kuratorin HfBK Dresden
    15 Uhr Techniken des Übersetzens
    Heide Hinrichs, Zille Homma Hamid, Olaf Holzapfel
    16 Uhr Vor und Zurück – Zwischen Malerei, Stoff und Bild
    Uli Fischer, Andreas Exner
    17 Uhr Prolog zur Performance – über die künstlerischen
    Praktiken von Noa Eshkol
    Mooky Dagan (in engl. Sprache)

  • Performance

    Ort: Labortheater,
    HfBK Dresden, Güntzstraße 34

    Sa, 2. Sep 2017, 19 Uhr

    Noa Eshkol Chamber Dance Company

    Noa Eshkol (1924 – 2007) war eine israelische Künstlerin, Tänzerin und Tanztheoretikerin. Als die Tänzer ihrer Gruppe 1973 während des Jom-Kippur-Kriegs eingezogen wurden, begann sie Wandteppiche aus gefundenen Stoffresten zu gestalten, von denen zwei in der Ausstellung zu sehen sind. Anlässlich der Eröffnung führt ein Teil der Kompanie ihre Notationen vor.
    TänzerInnen: Mor Bashan, Noga Goral, Dror Shoval

  • Performance

    Ort: Treffpunkt am Elbufer
    zwischen Augustus- und Carolabrücke

    So, 3. Sep 2017, 11-13 Uhr

    Azimut Xero

    Die in Zusammenarbeit von Raul Walch und dem syrischen Architektur-
    Kollektiv Xero entwickelten Drachen und Flugobjekte unternehmen ihre ersten Flugversuche. Am Elbufer soll das für die Ausstellung entwickelte Projekt einen ersten Auftritt und Auftrieb bekommen. Die aus der Kooperation entwickelten Konstruktionen und Stoffe greifen die unterschiedlichen Hintergründe und den Erfahrungsschatz aller Teilnehmer auf und gehen bis zum von Semper formulierten „textilen Ursprung“ von Architektur zurück.

  • Führung

    Ort: Kunsthaus

    So, 3. Sep 2017, 14 Uhr

    Kuratorinnenführung

  • Ausstellung, Konzert, Workshop

    Ort: Kunsthaus

    Sa, 16. Sep 2017, 18 - 1 Uhr

    Museumsnacht

    18 – 1 Uhr Das Ereignis eines Fadens und DJ Sound of Bronkow
    und Bar, Freier Rundgang in der Ausstellung
    19 + 20 Uhr Führung mit Kuratorin Susanne Weiß, 30 min
    18 – 22 Uhr La Arpillera en Dresden. Zum Mitmachen
    Mit den Arpilleras, aus Stoff genähten Bildern, erzählen Frauen aus dem globalen Süden Geschichten. Begleitet von Karen Michelsen Castañón und
    Silvia Chávez Gaytán entsteht ein kollektives Stoffbild, in dem es um Begegnungen geht. Keine Vorkenntnisse erforderlich.
    20 – 22 Uhr Kente Sound
    Die Künstlerin Constanze Nowak setzt die Muster und Farben der Kente-Stoffe aus Ghana und den Rhythmus des Webprozesses in eine künstlerisch-musikalische Raumerfahrung um.

  • Gespräch

    Ort: Kunsthaus

    Do, 21. Sep 2017, 19 Uhr

    Der Bauhausraum. Neue Funde zur Arbeit der Bauhaus-Weberin Otti Berger

    Judith Raum (Künstlerin, Berlin) spricht mit der Bauhausexpertin
    Prof. Dr. Magdalena Droste (BTU Cottbus-Senftenberg) über
    den Produktionsbetrieb in der Textilwerkstatt des Bauhauses und
    über einige neue Funde von Bauhaus-Gebrauchsstoffen.
    Einen weiteren Schwerpunkt des Gesprächs bildet das Werk der
    Weberin Otti Berger.