Ausstellung

19. Nov 2016 – 5. Mär 2017

Die Deutschen kamen nicht – Niemcy nie przyszli – The Germans did not come

Ort: Kunsthaus

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Zeitgenössische Kunst zur Geschichte einer Stadt. Eine Ausstellung in Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016, kuratiert von Michal Bieniek

Tomasz Bajer, Piotr Blajerski, Mira Boczniowicz, Antoni Dzieduszycki, Karolina Freino, Krzysztof Furtas, Oskar Hansen, Piotr Kmita, Szymon Kobylarz, Anna Kołodziejczyk, Jerzy Kosałka, Dominika Łabądź, Zbigniew Makarewicz/ Ernest Niemczyk, Michael Merkel, Dorota Nieznalska, Tomasz Opania, Bogusław Rybczyński, Michał Sikorski, Aleksandra Sojak-Borodo, Kama Sokolnicka, Henryk Stażewski, Dy Tagowska, Tom Swoboda, Krzysztof Wałaszek

„Die Deutschen kamen nicht – Niemcy Nie Przyszli – The Germans Did Not Come“ widmet sich im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 der Nachkriegsgeschichte Wrocławs durch zeitgenössische Kunst. In der Stadt überlagern sich aufgrund der komplexen und vielschichtigen Vergangenheit vielfältige Erzählungen und nicht erzählte Geschichten. Der Ausstellungstitel bezieht sich auf die unter den Bewohnern der Stadt noch lange nach dem Krieg verbreitete Furcht vor der Rückkehr der ehemaligen Bewohner der Stadt – den Deutschen. Die KünstlerInnen der Ausstellung formulieren eine zeitgenössische Perspektive auf das Gedächtnis der Stadt. Erzählungen von Zeitzeugen, aber auch eine visuelle Bearbeitung der in der Stadt vorgefundenen materiellen Zeugnisse regen dazu an, auf Spuren einer gemeinsamen Vergangenheit von Flucht, Vertreibung und Neuanfang zu achten, an denen wir im Alltag überwiegend unbewusst vorübergehen, und diese zu interpretieren.

(Aus dem Polnischen von Jonas Grygier und Dorothea Traupe)

Veranstaltungen:

  • Film

    Ort: Programmkino Ost, Schandauer Straße 73, Dresden

    Mi, 18. Jan 2017, 19 Uhr

    Filmpremiere: Wir sind Juden aus Breslau

    Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.
    14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

    Ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. Ein Film, der aufzeigt, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen führt. Ein Film, der anhand der Lebensschicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt.

    www.judenausbreslaufilm.de

    Produktion und Verleih: Karin Kaper Film
    Protagonisten: Esther Adler, Gerda Bikales, Anita Lasker-Wallfisch, Renate Lasker-Harpprecht, Walter Laqueur, Fritz Stern, Guenter Lewy, David Toren, Abraham Ascher, Wolfgang Nossen, Eli Heyman, Mordechai Rotenberg, Max Rosenberg, Pinchas Rosenberg
    sowie eine deutsch-polnische Jugendgruppe aus Bremen und Wrocław

    Musik: Bente Kahan, Simon Wallfisch, Patrick Grant, Carlo Altomare
    Projektkoordination: Maria Luft
    Wissenschaftliche Beratung: Katharina Friedla

    Premiere in Dresden am Mittwoch 18.1.17
    im 19.00 Uhr im Programmkino Ost

    In Anwesenheit der Regisseure Karin Kaper und Dirk Szuszies

    Im Rahmen der aktuellen Ausstellung Die Deutschen kamen nicht / Niemcy Nie Przyszli. Kunst zur Geschichte einer Stadt anlässlich der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 im Kunsthaus Dresden

    In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Sachsen – Gesellschaft für Sächsisch-Polnische Zusammenarbeit e.V.

    ab 19.1.17 regulär im Kinoprogramm

    Nach den Premieren in Wroclaw am 6.11.16 im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2016, der Deutschland-Premiere am 12.11. auf dem Internationalen Filmfestival in Cottbus und der Berliner Premiere im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums erfolgte der bundesweite Kinostart am 17.11.16.

  • Führung

    Ort: Kunsthaus

    Fr, 27. Jan – Sa, 28. Jan 2017, 17 Uhr / 15 Uhr

    Kunst trifft Sprache trifft Kunst

    Am Freitag, 27.01.2017, um 17 Uhr führt Michał Bieniek exklusiv durch die von ihm kuratierte Ausstellung. Die Führung findet in polnischer Sprache statt mit Übersetzung ins Deutsche. Um Anmeldung wird gebeten unter dhoferer@dresden.de

    Am Samstag, 28.01.2017, von 15 bis 18 Uhr Uhr präsentieren Studierende des Institutes für Slavistik an der TU Dresden als Live Speaker ausgewählte Objekte und Installationen dieser Ausstellung.
    Die Schnittstellen zwischen zeitgenössischer polnischer Kunst, der Geschichte Wrocławs und jungen Kunstvermittlern ermöglichen den Besuchern einen ungewöhnlichen Zugang zu den Kunstwerken.
    Die Live Speaker sprechen Deutsch, Englisch und Polnisch.

  • Gespräch

    Ort: Kunsthaus

    Do, 9. Feb 2017, 19:00

    Vom Dazwischen

    Ein Gespräch über Zugehörigkeit, starke Frauen und den Einfluss der großen Geschichte auf das eigene Leben.

    Die Dresdner Schauspielerin Karina Plachetka zog mit ihrer Familie Mitte der 1970er Jahre dank eines neuen Gesetzes als deutsche Aussiedlerin von Schlesien nach Westdeutschland. Wie sie in einer deutschen Familie aus Polen in Deutschland aufwuchs, wie die Geschichte vermittelt durch Eltern und Großeltern zu ihr kam und wie das Dazwischen sie auch als Künstlerin prägte, erzählt Plachetka im Gespräch mit Bożena Chołuj. Die Germanistin und Professorin für deutsch-polnische Literatur- und Kulturbeziehungen und Gender Studies an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) beschreibt das besondere Verhältnis zwischen Deutschen und Polen und den Alltag zwischen Sprachen, Kulturen und Rollen.